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Welche komplementären Maßnahmen nutzen Schwangere?

Umfrage unter schwangeren Frauen in Deutschland
Während der Schwangerschaft und unter der Geburt nehmen viele Frauen Maßnahmen der komplementären Medizin in Anspruch. Die vorliegende Studie prüft, welche Maßnahmen in Deutschland beliebt sind und aus welchen Gründen auf diese zurückgegriffen wird.

Insgesamt 465 Fragebögen wurden in mehreren privaten Geburtspraxen in und um Gießen an Schwangere verteilt. 229 Bögen wurden ausgefüllt (Reponse-Rate 49,2%), davon konnten 200 fehlerfreie Bögen (43%) in die Analyse einbezogen werden: das Durchschnittsalter der Frauen lag bei 30 Jahren, 41% hatten zuvor schon ein oder mehrere Kinder zur Welt gebracht.

Am häufigsten wurden Tees und Ernährungsinterventionen verwendet, der Großteil davon bei oder zur Vorbeugung von physischen Problemen (z.B. Verdauungsstörungen, Übelkeit). Auch die Homöopathie kommt hierbei häufig zum Einsatz. Aromatherapie, Entspannungstherapie, Bäder und Sauna wurden hingegen vor allem bei Stress und psychologischen Problemen angewendet.

Bei Frauen, die bereits zuvor ein Kind zur Welt gebracht hatten, bestand unter der Geburt (aber nicht während der Schwangerschaft) weniger Bedarf an Maßnahmen der komplementären Medizin als bei solchen, die zum ersten Mal schwanger waren. Umgekehrt nahmen Teilnehmerinnen eines geburtsvorbereitenden Kurses im Allgemeinen mehr bzw. häufiger Maßnahmen in Anspruch, darunter vor allem Akupunktur und Pflanzenheilkunde während der Schwangerschaft sowie Homöopathie unter der Geburt.

Einschätzung:
Tee und Ernährungsinterventionen sind laut Studie die beliebtesten Maßnahmen aus der Komplementärmedizin bei Schwangeren, vor allem bei physischen Problemen. Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass die meisten angesprochenen Maßnahmen nicht unbedingt bei konkreten spezifischen Beschwerden zum Einsatz kommen, sondern vielmehr als generelles "Patentrezept" verwendet werden – weitgehend unabhängig von der wissenschaftlichen Datenlage.

Die Studie lässt außerdem zweierlei Rückschlüsse zu: Zum einen, dass Hebammen einen großen Einfluss auf Schwangere haben (Zunahme vor allem der Homöopathie bei Teilnehmerinnen eines geburtsvorbereitenden Kurses). Zum anderen, dass die Erfahrung, eine Geburt bereits erfolgreich gemeistert zu haben, die Anspannung soweit löst, dass komplementäre Maßnahmen unter der Geburt weniger benötigt werden.

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Literatur
  1. Münstedt K, Dütemeyer V, Hübner J. Patients' considerations behind the use of methods from complementary and alternative medicine in the field of obstetrics in Germany. Arch Gynecol Obstet. 2013 Mar 23. > Abstract
 
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Michèl Gehrke, M.A.
Michèl Gehrke, M.A.
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