Was denken Kinderonkologen über CAM?

Umfrage der Universität Witten-Herdecke
Nur die Hälfte der Fachärzte für Onkologie in der Pädiatrie setzen sich im Studium mit Komplementärmedizin auseinander. Die Arbeitsgruppe Alfred Längler von Uni Witten Herdecke hatte in ihrer Studie (1) 700 Kinderonkologen befragt und 175 Antworten bekommen.Von den befragten Ärzten gaben 48 Prozent an, in der Ausbildung niemals etwas über CAM gehört zu haben. Bei den jüngeren Ärzten (unter 43 Jahre) und denen, die in kleineren, nicht-universitären Kliniken arbeiten, war der Kenntnisstand besser.

Dabei ist der Informationsbedarf da: Denn die Eltern von krebskranken Kindern wünschen sich eine fundiert Beratung, insbesondere weil anthroposophische Medizin, Homöopathie und Nahrungsergänzung immer häufiger angewendet werden. Diese Nachfrage nicht kompetent erfüllen zu können, wurde von den Ärzten als unbefriedigend empfunden. 85 Prozent der Befragten sprachen sich für bessere Aus- und Fortbildungmaßnahmen zu CAM aus.

Vor allem Methoden wie Massagen oder Yoga würden laut Meinung der befragten Mediziner bei krebskranken Kindern die Lebensqualität steigern. Als Grund für die Nichtanwendung komplementärmedizinischer Methoden wurden außer mangelnden Kenntnissen der Ärzte, mögliche Wechselwirkungen mit konventionellen Behandlungsmaßnahmen (76 Prozent) sowie zusätzliche Kosten für die Patienten (75 Prozent) genannt.

Weitgehend einig waren sich die Befragten über den Zeitpunkt einer CAM-Anwendung: 80 Prozent gaben an, sie sollten erst nach Abschluss der konventionellen Therapie erfolgen.
 
Literatur
  1. Alfred Längler, Rieke Boeker, Genn Kameda, Georg Seifert, Friedrich Edelhäuser, Thomas Ostermann, Attitudes and beliefs of paediatric oncologists regarding complementary and alternative therapies, C Ther Med 2012 > Abstract
 
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Frederik Betsch
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