Bild fehlt:/media/banner/543x183_sushi.jpg

Ungetrübter Sushi-Verzehr?

Kamillenextrakt gegen Fadenwürmer

Anisakiasis ist eine bei uns relativ seltene und unbekannte Krankheit, da sie nur nach dem Verzehr von rohem Fisch auftreten kann, wenn dieser nicht wenigstens vor dem Verzehr auf unter -20°C heruntergekühlt worden ist. Die Fische sind mit Fadenwürmern (Nematoden) infiziert, deren Larven im Menschen hauptsächlich zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Die meisten Fälle pro Jahr werden aus Japan berichtet, wo viel Sushi verzehrt wird.

Die Entwicklung neuer Arzneien hinkt der Zunahme an Krankheitsfällen pro Jahr bisher hinterher. In einer aktuellen Studie wurde daher die Wirksamkeit von Kamillenextrakt (Matricaria chamomilla) gegen die Larven der Nematodenart Anisakis simplex untersucht (1).

In Laborversuchen zeigte sich, dass sowohl der komplette Kamillenextrakt als auch ein daraus isolierter Hauptbestandteil (namens „Bisabolol“) die Larven innerhalb von vier Stunden komplett abtöteten, sofern eine sehr hohe Konzentration eingesetzt wurde. Auch in Ratten zeigten Gesamtextrakt und Isolat eine sehr gute Wirkung (>90%) im Gegensatz zur Kontrollgruppe, in der nur ca. 10% der infizierten Ratten keine Läsionen im Darmtrakt aufwiesen. Die Wirkungsweise des Extraktes beruht vermutlich nicht allein auf einer abtötenden Wirkung, sondern möglicherweise auch auf einer Herabsetzung der Infektiösität der lebenden Larven.

Einschätzung
Mit Hinblick auf die in den letzten Jahren angestiegene Popularität von Sushi in Deutschland ist diese Studie ein interessanter Hinweis auf mögliche Therapieoptionen bei einer Erkrankung. Leider sind die Ergebnisse unvollständig dargestellt und viele Fragen bleiben offen.

Zurück zur Nachrichtenübersicht

 
Literatur
  1. Romero MdC, Valero A, Martín-Sánchez J, Navarro-Moll MC. Activity of Matricaria chamomilla essential oil against anisakiasis. Phytomedicine. 2012 Apr 15;19(6):520-3. > Abstract
Mehr zum Thema: Infektionen & Phytotherapie/Pflanzenheilkunde > Mistelextrakt bei chronischer Hepatitis C > Grüner Tee schützt vor Grippe > Lavendelöl hemmt den Pilzbefall > Funkstörung bei Bakterien (Teil 2) > Polyphenole aus dem Granatapfel sind antiviral > Hilft ein Wirkstoff aus Wurmkraut gegen die Chagas-Krankheit? > Dem Herpes keine Chance? > Mariendistel einmal anders > Süßholzextrakt bei chronischer Hepatitis C > Weniger Viren, mehr Lebensqualität > Mit ätherischen Ölen Pilzen zu Leibe gerückt > Hoffnungsträger in punkto Vogel- und Schweinegrippe? > Hilfe gegen Candidose > Pflanzen gegen Magengeschwüre? > Hilfe gegen tropische Infektionskrankheit? > Suche nach neuen Grippe-Wirkstoffen > Wirken Antibiotika besser mit Korianderöl? > Pflanzliche Extrakte gegen tropische Infektionskrankheit? > Sauer macht lustig ...und hilft gegen Malaria > Grüner Tee gegen Hepatitis C > Endlich auf (pilz)freiem Fuß! > Mariendistel bei Hepatitis C > Natürliche Parasitenabwehr > Phytotherapie bei Wurmkrankheit? > Knoblauch statt Antibiotika bei Infektionen von Fischen? > Anis als natürliches Anti-Pilzmittel > Funkstörung bei Bakterien > Neue Erfolge bei Leishmaniose > Pflanzliche Parasitenabwehr > Pilze: Schatzkammer im Kampf gegen Bakterien? > Antibiotische Wirkung von Heilpflanzen > Kampf gegen Krankenhauskeime: Kann Grüner Tee helfen? > Aloe zur natürlichen Wundheilung? > Geranie als Schutz vor AIDS? > Phytotherapie unterstützt Antibiotika > Bienen mögen es gesund > Mit Beerenkraft gegen Erkältungen auf Flugreisen > Pflanzliche Antibiotika bei Infekten & Co
 
Diese Seite
per Email versenden
drucken
share on facebook
 
Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
Telefon
Email
Eine ausgewogene Ernährung ist eine tragende Säule für den gesunden Lebensstil. Der Ratgeber erläutert anhand zahlreicher Rezepte, wie sich ein solches Ernährungskonzept leicht umsetzen lässt. [mehr]
 
© 2011-2014 Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | Am Deimelsberg 36 | 45276 Essen | Telefon: +49 0201 563050 | Telefax: +49 0201 56305 30