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Ungesunde Ernährung macht Kinder sauer

Mineralstoffarmes Essen gefährdet die Kindergesundheit
Zu wenige Mineralstoffe in der täglichen Ernährung führen zu einer Säurebelastung des Organismus, die sich durch eine erhöhte Produktion des Stresshormons Cortisol äußert. Eine Kooperation mehrerer Forscherteams konnte im Rahmen der DONALD Studie (DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed) zeigen, dass diese Prozesse nicht nur die Knochengesundheit gefährden, sondern auch mit einer Blutdruckerhöhung bei Kindern einhergehen. In einer aktuellen Untersuchung deckten die Wissenschaftler nun erstmals die Zusammenhänge zwischen Stresshormonspiegel und Säurebelastung durch Ernährung auf. [1]
 
Insgesamt 200 gesunde Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren sammelten über 24 Stunden ihren Urin und wurden dann auf zwei Gruppen aufgeteilt. Entscheidend für die Aufteilung waren die Ergebnisse der Hormonmessungen zur Säureausscheidung über die Nieren. In der einen Gruppe befanden sich die Kinder mit einer geringen, in der anderen jene mit einer hohen Säureausscheidung. Alle Kinder blieben bei ihren üblichen Essensgewohnheiten, es gab seitens der Studienleiter keine Vorgaben hinsichtlich einer speziellen Ernährung.

Die Wissenschaftler beobachteten bei den Kindern mit einer erhöhten Säureausscheidung eine gesteigerte Ausscheidung von Cortisol sowie dessen Umbauprodukten, beispielsweise 6-beta-Hydroxycortisol, die bedeutend höher war als die in der Gruppe mit Kindern, die eine niedrige Säureausscheidung aufwiesen.
Aufgrund dieser Beobachtung vermuten die Wissenschaftler, dass die Ernährung den Stresshormonspiegel enorm beeinflusst. Als nächstes Projekt will die Forschergruppe untersuchen, ob sich diese Ergebnisse auch dann zeigen, wenn die untersuchten Kinder sich besonders gesund mit viel Obst und Gemüse ernähren. Diese enthalten oft die Mineralstoffe Kalium und Magnesium, die für die Neutralisierung der täglich den Stoffwechsel betreffenden Säurebelastung verantwortlich sind.
 
Einschätzung
Die Tatsache, dass eine gesunde Ernährung wichtig für die Kindergesundheit ist, ist erst einmal nichts Neues. Welche Mechanismen jedoch auf der Stoffwechselebene ablaufen, konnte nun das Forscherteam in seiner von der DFG geförderten Studie erstmals verdeutlichen. Die diffizile Bestimmung von Hormonen mittels massenspektrometrischer Verfahren, die in dem renommierten Steroidhormonforschungslabor an der Kinderklinik der Universität Gießen durchgeführt worden ist, gilt übrigens als weltweit nahezu einmalig, da nur sehr wenige Labore die Technik aufweisen, um diese Messung vorzunehmen. Man darf gespannt sein, ob die von den Wissenschaftlern erbrachten Erkenntnisse sich auch bei einer Studienpopulation, die sich gesund und mineralienreich ernährt, als haltbar zeigen.
 
Literatur
  1. Esche J, Shi L, Sánchez-Guijo A, Hartmann MF, Wudy SA, Remer T. Higher diet-dependent renal acid load associates with higher glucocorticoid secretion and potentially bioactive free glucocorticoids in healthy children. Kidney International 2016; 7 May, article in press. http://dx.doi.org/10.1016/j.kint.2016.02.033 > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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