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Pflanzliche Parasitenabwehr

Studie untersucht Wirksamkeit eines Moosextraktes

Während vermehrt organische Substanzen aus höheren Pflanzen, Pilzen und Bakterien hinsichtlich ihrer medizinischen Wirksamkeit untersucht werden, führen Moose in dieser Hinsicht eher ein Schattendasein. Dies hat sich jetzt geändert mit einer neuen Studie, die die Wirksamkeit eines Moosextraktes gegen verschiedene Parasiten untersucht (1).

In Laborversuchen wurden vier verschiedene, einzellige Parasiten, die Leishmaniose, Chagas, Malaria und die afrikanische Schlafkrankheit auslösen können, mit der aus dem Lebermoos Marchantia polymorpha gewonnenen Substanz Marchantin A (aus der Stoffklasse der Phenole) behandelt. Bei fast allen Versuchen wurde eine Inhibition der Parasitenvermehrung beobachtet, allerdings war diese generell gering ausgeprägt und bis zu einem Faktor von 1000 schwächer als bei den konventionellen Positivkontrollen. Einzig beim Leishmaniose-Erreger näherten sich Marchantin A und Positivkontrolle bezüglich der Effektivität einander an. Darüber hinaus zeichnete sich auch eine gewisse Giftigkeit gegenüber Muskelzellen aus Ratten ab.


Einschätzung:
Wenn auch eine gewisse antiparasitäre Aktivität gefunden wurde, so legen die Versuche mit den Rattenzellen doch nahe, dass Marchantin A für eine klinische Anwendung wahrscheinlich zu giftig wirkt. Gekoppelt mit der geringen Aktivität gegen die Parasiten im Vergleich zu vorhandenen Wirkstoffen, werden von dieser Arbeit wohl keine bedeutenden Impulse bezüglich Behandlung von Malaria, Chagas, Leishmaniose und Schlafkrankheit ausgehen.

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Literatur
  1. Jensen S, Omarsdottir S, Bwalya AG, Nielsen MA, Tasdemir D, Olafsdottir ES. Marchantin A, a macrocyclic bisbibenzyl ether, isolated from the liverwort Marchantia polymorpha, inhibits protozoal growth in vitro. Phytomedicine. 2012 Oct 15;19(13):1191-5. > Abstract
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Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
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