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Kampf gegen Krankenhauskeime: Kann Grüner Tee helfen?

Inhaltsstoffe verstärken Antibiotikawirkung

In den letzten Jahren haben sich vermehrt Resistenzen gegen Antibiotika ausgebildet. Besonders das Bakterium Staphylococcus aureus ist dadurch zu einem großen Problem geworden und ist für viele Neuinfektionen in Krankenhäusern verantwortlich. In einer neuen Studie haben nun Novy et al. (1) Epigallocatechingallat hinsichtlich seiner antibakteriellen Wirkung untersucht. Epigallocatechingallat ist eine organische Substanz, die in großen Mengen in Grünem Tee vorhanden ist.

In Laborversuchen wurden acht verschiedene Stämme von Staphylococcus aureus mit Epigallocatechingallat plus dem Antibiotikum Oxytetracyclin behandelt. Epigallocatechingallat konnte die Wirkung des Oxytetracyclins gegen die Bakterien in allen acht Ansätzen verstärken. Durch die kombinierte Behandlung konnte sogar die Resistenz zweier Stämme gegen Oxytetracylin überwunden werden, so dass nur zwei Stämme verblieben, die auch gegen die kombinierte Behandlung immun waren. Die Verstärkung der Oxytetracyclin-Wirkung erfolgte dabei in den meisten Versuchen nicht rein additiv sondern synergistisch.

Einschätzung:
Trotz kleiner Unstimmigkeiten eine interessante Arbeit. Nach unabhängiger Bestätigung der Ergebnisse sollten in vivo Studien anschließen. Die Autoren diskutieren diesbezüglich bereits die Probleme der geringen Bioverfügbarkeit (abseits von topischen Anwendungen) und den Vorteil der geringen Toxizität von Epigallocatechingallat. Natürlich stellt sich auch die Frage, ob es nicht vorteilhafter wäre, nach Substanzen zu suchen, die die Resistenz möglichst aller S. aureus Stämme aufheben.

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Literatur
  1. Novy,P., Rondevaldova,J., Kourimska,L., Kokoska,L. Synergistic interactions of epigallocatechin gallate and oxytetracycline against various drug resistant Staphylococcus aureus strains in vitro. Phytomedicine 20(5), pp. 432–435. > Abstract
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Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
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