Bild fehlt:/media/banner/543x183_Stillen_Diabetes_Carstens_Stiftung_2.jpg

Stillen für die eigene Gesundheit

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes können durch Stillen ihr Postpartum-Risiko für Typ 2 Diabetes senken
Stillen setzt für Frauen die Gefahr herab, an Depressionen, Brust- oder Ovarialkrebs sowie an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken [2]. Für letztere Erkrankung haben insbesondere Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes ein erhöhtes Risiko. Verstärkt wird die Tendenz dadurch, dass diese Frauen seltener ihre Kinder über die Brust ernähren und wenn doch, dann kürzer als gesunde Frauen [3]. Eine Langzeitstudie [4] hat jedoch gezeigt, dass ein mehr als 3-monatiges Stillen das Krankheitsrisiko erheblich mindern kann und dass dieser Schutz sogar über 15 Jahre hinweg anhält.
 
In seiner aktuellen Arbeit [1] untersuchte das an die TU München angebundene Forscherteam, in welcher Weise das Stillen die Zusammensetzung der Stoffwechselprodukte im Körper beeinflusst. 197 Frauen mit einem Schwangerschaftsdiabetes während ihrer letzten Schwangerschaft wurden durchschnittlich 3,6 Jahre (0,7 bis 6,5 Jahre) nach der Entbindung einem Zuckerbelastungstest unterzogen. Die entnommenen Blutproben wurden auf Glukose, Insulin und 156 Metabolite untersucht. Anschließend wurden die Ergebnisse mit den Angaben über Stilldauer und –intensität sowie der seit der Entbindung und dem Abstillen verstrichenen Zeit verglichen.
Stillen über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten begünstigt demnach die Zusammensetzung und Menge der im Blutplasma vorhandenen Stoffwechselprodukte, die mit der frühen Phase der Krankheitsentwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 in Zusammenhang stehen. Die positive Wirkung war auch bei jenen Frauen nachweisbar, deren Stillzeit schon länger zurücklag.

Einschätzung
Den genauen Wirkungsweg des Stillens auf die Stoffwechselmechanismen im Zusammenhang mit der Pathogenese eines Typ 2 Diabetes kann die vorliegende Studie zwar nicht aufklären, jedoch konnten die beteiligten Metaboliten näher definiert werden. Die Arbeit liefert somit wichtige neue Ansätze für weitere Nachforschungen.
 
Literatur
  1. Much D, Beyerlein A, Kindt A, et al. Lactation is associated with altered metabolomics signatures in women with gestational diabetes. Diabetologia 2016, [Epub ahead of print]. > Abstract
  2. Ip S, Chung M, Raman G, et al. Breastfeeding and maternal and infant health outcomes in developed countries. Evid Rep Technol Assess (Full Rep) 2007; (153): 1-186. > Abstract
  3. Much D, Beyerlein A, Roßbauer M, Hummel S, Ziegler, A-G. Beneficial effects of breastfeeding in women with gestational diabetes mellitus. Mol Metab 2014; 3(3): 284-292. > Abstract
  4. Ziegler A-G, Wallner M, Kaiser I, et al. Long-term protective effect of lactation on the development of type 2 diabetes in women with recent gestational diabetes mellitus. Diabetes 2012; 61:3167-3171. > Abstract
Diese Seite
per Email versenden
drucken
share on facebook
 
Petra Koczy, Dipl.-Biol.
Fachbereich Bibliothek | Wissensmanagement
Telefon
Email
Naturheilkundliche Selbsthilfe für die Schwangerschaft und die erste Babyzeit: Homöopathie, Schüßler Salze, Heilpflanzen u.v.m. [mehr]
 
© 2011-2014 Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | Am Deimelsberg 36 | 45276 Essen | Telefon: +49 0201 563050 | Telefax: +49 0201 56305 30