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Sonnenbrand? Nein, Danke!

Pflanzlicher UV-Schutz mit Goldtüpfelfarn, grünem Tee und Co.
Insbesondere Menschen mit lichtempfindlicher Haut müssen sich vor den wärmenden Strahlen der Sonne in Acht nehmen. Zu viel UV-Licht verursacht primär Sonnenbrände, stresst die Haut und das Immunsystem und kann sekundär für schnellere Hautalterung und ein erhöhtes Hautkrebskrisiko verantwortlich sein. Herkömmliche Sonnenschutzmittel allein schützen entgegen aller Erwartung nicht vor dem malignen Malinom, dem schwarzen Hautkrebs. Im Gegenteil, manche Produkte fördern die Entstehung des Krebses noch. Aber es besteht zum Glück auch die Möglichkeit des Schutzes vor UV-Strahlung durch natürliche Substanzen.
 
Besonders vielversprechend erwies sich in diversen Forschungsarbeiten der Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum bzw. Polypodium leucatomos) [1]. So konnte eine Menge von 7,5 Milligramm des Farnextrakts pro Kilogramm Körpergewicht Personen mit heller Hautfarbe besser vor den hautschädlichen Auswirkungen des UV-Lichts schützen als diejenigen, die den Extrakt nicht eingenommen hatten [2]. Auch bei Patienten mit Vitiligo oder Psoriasis, für die eine Therapie mit UV-A-Licht ein wichtiger Bestandteil des Behandlungskonzepts darstellt, konnten die immunsuppressiven Effekte der UV-Strahlen und somit das Hautkrebsrisiko durch die Einnahme eines Farnextrakts gesenkt werden [3,4].
 
Auch Grüner Tee gilt – sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet – als protektiv hinsichtlich der Hautalterung fördernden Effekte des UV-Lichts. So konnte bei gesunden Frauen die sog. minimale Erythemdosis (Abk. MED, Bestrahlungsdosis, die benötigt wird, um durch UV-Bestrahlung eine Hautrötung hervorzurufen) durch den Konsum eines Getränks, das 1402 Milligramm Grüntee-Polyphenole enthielt, um 1,25 MED gesenkt werden [5]. Hier ist aber offensichtlich eine hohe Dosis notwendig, um diesen Effekt hervorzurufen.
 
Weniger bekannt ist der UV-Schutz durch Propolis, einem Bienenprodukt. In einem experimentellen Versuch konnte bei einem Propolis-Extrakt ein Sonnenschutz nachgewiesen werden, der dem Lichtschutzfaktor 20 entspricht [6].
 
Weitere Forschungsansätze zur Vorbeugung von Schäden durch UV-Licht beschäftigen sich mit Traubenkernextrakt, Rosmarin, Granatapfel, Rauschbeere und Koffein. Hier darf man vor dem Hintergrund der vielversprechenden Ergebnisse von Laborversuchen auf die Effekte in klinischen Studien (d.h. am lebenden Menschen) gespannt sein.

Einschätzung
Noch steckt die Forschung zu natürlichem UV-Schutz durch pflanzliche Substanzen in den Kinderschuhen. Aber gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels, der zunehmenden Bedrohung schädlicher UV-Strahlung durch ungefilterte Sonneneinstrahlung, zeigen Forschungsansätze dieser Art Alternativen zu den zum Teil kontrovers diskutierten herkömmlichen Schutzmaßnahmen.

Gerade bei modernen Sonnencremes weiß man bisher nicht, welche gesundheitlichen Auswirkungen die enthaltenen Nanopartikel haben können, da Langzeitstudien fehlen. Bleibt zu hoffen, dass die Ansätze zur Untersuchung pflanzlicher Sonnenschutzmöglichkeiten weiter verfolgt und vielleicht sogar in größerem Rahmen untersucht werden. Bis dahin gilt: Sonne ist lebenswichtig, aber eher in Maßen als in Massen.

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Literatur
  1. Yarnell E, Abascal K. Herbal sunscreens and ultraviolet protectants. Altern Complement Ther 2012; 18(3): 141-144 > Abstract
  2. Middelkamp-Hup MA, Pathak MA, Parrado C et al. Oral Polypodium leucotomos extract decreases ultraviolet-induced damage of human skin. J Am Acad Dermatol 2004; 51: 910-918 > Abstract
  3. Reyes E, Jaén P, de las Heras E et al. Systemic immunomodulatory effects of Polypodium leucotomos as an adjuvant to PUVA therapy in generalized vitiligo: A pilot study. J Dermatol Sci 2006; 41: 213-216 > Abstract
  4. Middelkamp-Hup MA, Bos JD, Rius-Diaz F et al. Treatment of vitiligo vulgaris with narrow-band UVB and oral Plypodium leucatomos extract: A randomized double-blind placebo-controlled study. J Eur Acad Dermatol Venereol 2007; 21: 942-950 > Abstract
  5. Heinrich U, Moore CE, De Spirt S et al. Green tea polyphenols provide photoprotection, increase microcirculation, and modulate skin properties of women. J Nutr 2011; 141: 1202-1208 > Abstract
  6. Gregoris E, Fabris S, Bertelle M et al. Propolis as potential cosmeceutical sunscreen agent for its combined photoprotective and antioxidant properties. Int J Pharm 2011; 405: 97-101 > Abstract
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Daniela Hacke, M.A.
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