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Sanfte Handgriffe lindern chronische Nackenschmerzen

Craniosacrale Therapie erweist sich in einer preisgekrönten Studie als wirksame Methode
Erstmals konnten Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen im Rahmen einer randomisierten Studie die Wirksamkeit der Craniosacralen Therapie bei chronischen Nackenschmerzen nachweisen. Bei der Craniosacralen Therapie handelt es sich um eine Variante der osteopathischen Medizin, die ebenso wie diese eine nichtinvasive manuelle Methode darstellt. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die sanften Palpationstechniken zur Lösung faszialer Restriktionen überwiegend im Schädel- und Nackenbereich angewandt werden. Für ihre wissenschaftliche Untersuchung wurde der Studienleiterin Dr. Heidemarie Haller im vergangenen Jahr der bedeutendste deutsche Forschungspreis in der Komplementärmedizin der Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung verliehen.
 
Die 54 Studienteilnehmer mit einer durchschnittlichen Leidensgeschichte von 9,6 Jahren mit unspezifischen Nackenschmerzen erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder acht 45-minütige Einheiten der Craniosacralen Therapie oder aber einer der Originaltherapie ähnelnden, aber nicht identischen Schein-Therapie. Acht Wochen nach der Randomisierung sowie drei Monate nach Beendigung der Studie wurden Daten zu den anvisierten Zielparametern erhoben. Primär interessierte die Wissenschaftler im Rahmen der quantitativen Analyse die durchschnittliche Schmerzintensität über die letzten sieben Tage, gemessen auf einer 100mm Visuellen Analogskala (VAS). Sekundär betrachteten sie Zielkriterien wie Bewegungsschmerz, Druckschmerzschwellen, funktionelle Einschränkungen, Lebensqualität und habituelles Wohlbefinden, Ängstlichkeit und Depressivität, Stresswahrnehmung, Schmerzakzeptanz, Körperachtsamkeit sowie die globale Verbesserung.
 
Sowohl statistisch signifikant als auch klinisch relevant profitierten die Patienten der Craniosacraltherapie-Gruppe im Vergleich zur Scheinbehandlung in punkto Reduktion der Schmerzintensität, die bis zu drei Monate nach Interventionsende anhielt. Auch für die meisten der sekundären Zielkriterien bestanden signifikante Gruppenunterschiede zugunsten der Therapie mit dem manuellen Verfahren.
 
Die qualitative Analyse, in deren Verlauf Interviews mit den Studienteilnehmern aus der Craniosacraltherapie-Gruppe zu ihrem individuellen Erleben geführt wurden, bestätigte die erzielten Ergebnisse der quantitativen Auswertung. Die Patienten berichteten über eine gesteigerte Körperachtsamkeit, die den Umgang mit den Schmerzen positiv beeinflusste. Ihren psychischen und physischen Zustand beurteilten die Befragten aufgrund des Rückgangs der Schmerzen als insgesamt stark verbessert. 

Einschätzung
Die methodisch vorbildlich konzipierte Studie führt zu der Erkenntnis, dass Craniosacraltherapie in der Behandlung von chronischen Nackenschmerzen als sichere und wirksame Methode zur Schmerzreduktion und Verbesserung der Lebensqualität betroffener Patienten beiträgt. Die spezifische Wirkungsweise der Craniosacraltherapie entfaltet sich auf mehreren Ebenen, die der körperlichen Lebensqualität, welche die Schmerzintensität sowie funktionelle Einschränkungen betrifft, als auch die psychische Ebene, die insbesondere bei Nackenschmerz-Patienten immer mitgedacht werden muss - man denke nur an Redewendungen wie „Es sitzt mir etwas im Nacken“ oder „Ich habe mir zu viel aufgehalst“. Therapien wie die Craniosacraltherapie setzen bei der psychischen Genese der Erkrankung an und können dem Betroffenen zu einer besseren „Haltung“ verhelfen – sowohl hinsichtlich Ihrer Nackenbeschwerden als auch bezüglich ihrer psychischen Lebensqualität.
 
Literatur
  1. Haller H, Lauche R, Cramer H, Rampp T, Saha FJ, Ostermann T, Dobos G. Craniosacral therapy for the treatment of chronic neck pain. Clin J Pain 2016; 32(5): 441-449. > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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