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Rote Bete: Herzhafter Genuss

Superfood für Herz und Gefäße
Die Rote Bete, auch rote Rübe genannt, ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitamin C, Beta-Carotin, Aminosäuren, Folsäure und Betain, dem Farbstoff, der der Knolle die rote Farbe verleiht und dessen Potenzial in diversen Studien nachgewiesen wurde, erhöhte Homocystein-Werte, ein Risikofaktor für Herzkrankheiten, zu senken. Zudem enthält Rote Bete große Mengen an Nitrat, einer Stickstoffverbindung, die nicht ganz unumstritten ist, da sie sich unter bestimmten Bedingungen zu krebserregendem Nitrosamin entwickeln kann. Bisher konnte diese Annahme in epidemiologischen Studien zum Verzehr nitratreichen Gemüses aber nicht bestätigt werden.
 
Die potenzielle Bedeutung der roten Bete für die Herzgesundheit wurde insbesondere in den letzten Jahrzehnten im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen zur Wirksamkeit bei Bluthochdruck und zur Verbesserung der Gefäßfunktion erforscht. Wissenschaftler bewerteten nun in einer aktuellen Meta-Analyse die Studienlage zu roter Bete bei Gefäßerkrankungen. [1]
 
Auf der Basis von zwölf randomisierten Studien mit einer Gesamtzahl von 246 Patienten kamen die Wissenschaftler aufgrund ihrer Auswertungen zu dem Fazit, dass anorganisches Nitrat und der Konsum von roter Bete oder deren Saft zu einer signifikanten Verbesserung der Endothelfunktion beiträgt. Je höher die durch die Rote Bete aufgenommene Nitrat-Dosis war, desto deutlicher zeigte sich der gefäßerweiternde Effekt. Allerdings konnte dieser Effekt nur bei Probanden jüngeren bis mittleren Alters festgestellt werden. Bei Patienten mit erhöhtem systolischen Blutdruck, Diabetes, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder starker Fettleibigkeit zeigte sich der gefäßerweiternde Effekt außerdem ebenfalls nicht so deutlich. Da die Behandlungsdauer sich in den analysierten Studien zwischen 1,5 Stunden und vier Wochen bewegte, kann über die Auswirkungen eines regelmäßigen Konsums von Rote Bete (-Saft) über einen längeren Zeitraum auf die Gefäßfunktion aber noch keine Aussage gemacht werden.
 
Wie eine weitere, nach Erscheinen der Meta-Analyse publizierte Studie zeigt, kann schon ein täglicher Konsum von Rote-Bete-Saft (entsprechend 6,1 mmol Nitrat) über einen Zeitraum von einer Woche sowohl die aerobe Ausdauer von Herzinsuffizienz-Patienten bei submaximaler Belastung verbessern als auch den systolischen Blutdruck signifikant senken. [2] Die im Rote-Bete-Saft enthaltenen Nitrate, die im Körper in Nitrite umgewandelt werden, verbessern, so vermuten die Wissenschaftler, die Sauerstoffverwertung in den Mitochondrien, den „Zellkraftwerken“, die unter anderem auch für den Energiestoffwechsel zuständig sind. Insgesamt kommt den Herzschwäche-Patienten die verbesserte Ausdauer nicht nur hinsichtlich der Prävention von schlimmeren Herzerkrankungen zugute, sondern erleichtert auch alltäglich zu meisternde Belastungen wie z.B. Treppensteigen.

Einschätzung
Wie die aktuelle Studienlage zeigt, trägt ein regelmäßiger, täglicher Genuss von Rote Bete sowie deren Saft nicht nur zur Blutdrucksenkung sowie Gefäßerweiterung bei, sondern hilft auch die Leistungsfähigkeit, Herzfrequenz und Sauerstoffaufnahme bei Patienten mit Herzschwäche zu verbessern. Allerdings sollten Patienten mit stark erhöhtem Blutdruck sich nicht nur auf diese einzelne Maßnahme beschränken. Als ergänzende Therapie ist jedoch ein regelmäßiger Konsum von Rote Bete als Gemüse oder in Form von Saft zu empfehlen.

Tipp
Rote Bete am besten roh genießen, fein gehobelt als Carpaccio oder geraspelt als Rohkost, z.B. auf dem Salat. Den Rote Bete-Saft kann man entweder selbst herstellen oder aber beim Kauf des Fertigprodukts auf gute (Bio-)Qualität achten.
 
Literatur
  1. Lara J et al. Effects of inorganic nitrate and beetroot supplementation on endothelial function: a systematic review and meta-analysis. Eur J Nutr 2016; 55: 451-459 > Abstract
  2. Eggebeen J, Kim-Shapiro DB, Haykowsky M, Morgan TM, Basu S, Brubaker P, Rejeski J, Kitzman DW. One week of daily dosing with beetroot juice improves submaximal endurance and blood pressure in older patients with heart failure and preserved ejection fraction. JACC Heart Failure 2016; 4(6): 428-437 > Abstract
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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