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Müde Augen munter machen

Studie weist Wirksamkeit eines Pflanzenextrakts bei Asthenopie nach
Mit dem Computer-Zeitalter wurde auch ein immer häufiger zu beobachtendes Krankheitsbild der modernen Gesellschaft geboren – die Asthenopie, ein Symptomenkomplex, der unter anderem durch Augenermüdung, trockene Augen, Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schwindel gekennzeichnet ist. Der Einzug von mobilen Smart-Geräten wie Smartphone und Tablet in unseren Alltag verstärkte dieses Phänomen noch. Das auch als „Computer Vision Syndrome“, kurz CVS, bezeichnete Beschwerdebild betrifft mittlerweile um die 64-90 % der Nutzer von Computern und mobilen Smart-Geräten. Aus Beobachtungen weiß man, dass die Lidschlag-Frequenz während des Betrachtens von LCD- und LED-Bildschirmen deutlich abnimmt, was im Gegenzug zu trockenen und überanstrengten Augen führen kann. Leider sind von diesen Auswirkungen auch Leser betroffen, die sich bei der Lektüre eines E-Book-Readers mit LCD-Bildschirm bedienen. Die Nutzer von Smartphones und Tablets sind jedoch primär betroffen, denn auch der Abstand zwischen Augen und Bildschirm spielt eine Rolle. Dieser ist mit durchschnittlich 36 cm bei Nutzern von mobilen Smart-Geräten meist geringer im Vergleich zu anderen Geräten wie Computerbildschirmen und Smart-TVs.

Bei bildschirminduzierten visuellen Symptomen kann die Supplementierung von Antioxidantien zur Erleichterung der Beschwerden beitragen. Wissenschaftler untersuchten deshalb im Rahmen einer Studie die Effekte eines Extrakts aus der Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), die reich an antioxidativen Inhaltsstoffen wie Anthocyanen und Flavonoiden ist, auf die Entwicklung CVS-spezifischer Augenbeschwerden.

Die insgesamt 60 gesunden Teilnehmer im Alter von 20-65 Jahren mit einer mehr als zwei-stündigen täglichen Nutzung von Geräten wie Computer, TV-Gerät, Smart Phone und Tablet erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder eine Kapsel mit 1000 mg eines eigens für die Studie hergestellten Extrakts aus der Rauschbeere pro Tag oder aber eine Placebo-Kapsel ohne Inhaltsstoffe. Die Probanden wurden angehalten, sich täglich eine Stunde lang einen Film anzuschauen oder aber ein Computerspiel am Tablet zu spielen, wobei sie eine Sichtdistanz von 40 cm einhalten sollten.

Per Fragebogen wurden anhand von zehn Fragen subjektive Daten zur Symptomatik (verschwommene Sicht, schmerzende Augen etc.) erhoben. Die objektive Messung lieferte Erkenntnisse zur Augentrockenheit und Verschlechterung des Sehvermögens, Tränenfilmaufreißzeit sowie okularen Aberrationen höherer Ordnung. Während letztgenannte Symptome in beiden Gruppen weder vor noch nach der vierwöchigen Studienphase auftraten, beobachtete man in der Gruppe, die den Rauschbeerenextrakt erhielt, eine im Vergleich mit der Placebo-Gruppe signifikante Linderung der durch die Tabletnutzung auftretenden Beschwerden.
Der genaue Wirkmechanismus bleibt nach Aussage der Wissenschaftler jedoch noch zu klären.

Einschätzung und Maßnahmen
Die positiven Effekte des Rauschbeeren-Extrakts in dieser Studie führen die Wissenschaftler auf den hohen Anteil von antioxidativen Wirkstoffen in den Früchten zurück. Bereits in früheren Studien konnte eine Wirkung der Rauschbeere hinsichtlich des Schutzes des retinalen Pigmentepithels festgestellt werden. Leider stützt sich die Studie mangels validierter objektiver Messverfahren weitgehend auf die subjektiven Aussagen der Probanden. Zudem war die tägliche Tablet-Nutzung von einer Stunde möglicherweise zu kurz, um verlässliche Aussagen über die Wirkkraft des pflanzlichen Extrakts äußern zu können. Die eindeutige Tendenz dieser Studie ermutigt jedoch zu weiteren Untersuchungen.

Präventive Maßnahmen zur Verhinderung oder Linderung einer Asthenopie durch längere Verwendung von Geräten mit einem LCD- und LED-Bildschirmen:

- Regelmäßige Pausen einlegen, den Blick für einige Minuten aus dem Fenster in die Ferne richten
- Bewusstes und häufiges Zwinkern
- Entspannungsübungen für die Augen
- Schriftgröße so wählen, dass man mühelos lesen kann
- Bei Augentrockenheit Augentropfen (ohne Konservierungsstoffe!) verwenden
- Viel trinken (Wasser, verdünnte Säfte, Kräutertee)
- Auf eine ausreichende Zufuhr von Antioxidantien über die Ernährung achten (Vitamine A,
B2, C, E sowie Lutein und Zeaxanthin)
- Warme Augenkompressen bei müden, brennenden Augen

 
Literatur
  1. Park CY et al. The effect of Vaccinium uliginosum extract on tablet computer-induced asthenopia. Randomized placebo-controlled study. BMC Complement Altern Med 2016; 16: 296 > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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Selbsthilfe bei Trockenen Augen bringt den Betroffenen Ursachen und ganzheitliche Zusammenhänge für die Störung des Tränenfilms und der Augenoberfläche nahe und schildert praxiserprobte Maßnahmen. [mehr]
 
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