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Pflege, die berührt

Therapeutische Berührung in der Behandlung krebskranker Patienten
In den 1970er Jahren von der amerikanischen Pflegewissenschaftlerin Prof. Dolores Krieger und der Heilerin Dora Kunz begründet, gewinnt die therapeutische Berührung, im Allgemeinen als „Therapeutic Touch“ bezeichnet, gegenwärtig zunehmend Bedeutung in der Pflege von akut und chronisch kranken Patienten, wie beispielsweise Menschen mit Demenzerkrankungen. In der Ausübung dieser Maßnahme geht es darum, die Harmonie ggf. die den Patienten umgebenden gestörten Energiefelder zu ertasten und wieder herzustellen. Dabei berührt der Therapeut oder Pflegende entweder bestimmte Punkte wie z. B. Akupunkturpunkte oder Energiezentren mit den Händen oder aber bewegt seine Hände in einem ca. 5 cm großen Abstand zum Körper durch das Energiefeld des Patienten. Das Verfahren zielt darauf ab, die Stress- und Schmerzsituation sowie potenzielle psychosomatische Beschwerden und somit die Gesamtbefindlichkeit des Patienten verbessern.
 
Insbesondere Krebspatienten haben mit einer Vielzahl von Beschwerden zu kämpfen, die über die reine Schmerzproblematik und den teils gravierenden Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie hinausgehen. Ängste und Sorgen um die Zukunft, Depression, Schlaflosigkeit und Erschöpfung belasten die betroffenen Patienten, was den Erfolg der Krebstherapie immens gefährden kann. Studien haben gezeigt, dass komplementäre Verfahren diesen Prozessen entgegenwirken und somit eine sinnvolle Bereicherung und Unterstützung der konventionellen Krebsbehandlung darstellen können. Ein in der Kranken- und Altenpflege zunehmend angewandtes Verfahren (Therapeutic Touch) wurde nun im Rahmen einer Übersichtsarbeit auf Plausibilität in der Anwendung bei Krebspatienten untersucht.

Von den insgesamt 334 mittels systematischer Literaturrecherche aufgefundenen Arbeiten mit dem Thema „Therapeutic Touch in der Krebstherapie“ erfüllten letztendlich nur sechs randomisierte Studien die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Auswertung. Im Fokus der Studien standen typische Beschwerden in der Krebstherapie wie Schmerzen, Übelkeit, Erschöpfungszustände (Fatigue), Angst, Depression, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen, insgesamt Faktoren, die für die Lebensqualität der Krebspatienten entscheidend sind. Unter dem Strich beobachteten die Autoren einige signifikante Effekte der therapeutischen Maßnahme im Vergleich mit Placebo, aber selbst bei nicht so eindeutig messbaren Erfolgen berichteten die Patienten über subjektive Erfolgsmomente nach Erhalt der Therapie. Neben der Besserung der typischen Symptome spielt sicher auch der Aspekt der zwischenmenschlichen Beziehung während der Therapeutic Touch-Anwendung eine wichtige Rolle für das Wohlbefinden des Krebspatienten. Außerdem wird vermutet, dass energetische Therapien wie Therapeutic Touch physischen und psychischen Stress senken und damit die Immunfunktionen stärken können. Der Wirkmechanismus an sich bleibt in dieser Arbeit zumindest ungeklärt.

Einschätzung:
Obwohl die Forschungslage zu Therapeutic Touch noch sehr dürftig erscheint, sind doch positive Effekte auf das Wohlbefinden schwerkranker Patienten nicht abzustreiten. Therapeutic Touch ist eine kostengünstige nicht-invasive Methode, die leicht zu erlernen und durchzuführen ist und eignet sich daher bestens für den komplementären Einsatz in der Pflege akut und chronisch kranker Patienten. Im Rahmen eines integrativen Konzepts ist Therapeutic Touch durchaus kombinierbar mit anderen Verfahren wie Massage, Reiki, Entspannungsmethoden, Bewegungstherapie etc. Informationen zu Ausbildungsmöglichkeiten kann man über das Therapeutic Touch Netzwerk Deutschland www.therapeutic-touch-netzwerk.de erhalten.
 
Literatur
  1. Tabatabaee A, Tafreshi MZ, Rassouli M, Aledavood SA, AlaviMajd H, Farahmand SK. Effect of Therapeutic Touch in patients with cancer: a literature review. Med Arch 2016; 70(2): 142-147 > Abstract
Mehr zum Thema: Krebs & Bioenergetische Medizin > Polarität als Therapieprinzip
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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