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Pezziball und Wärmetherapie im Kreißsaal

Zwei Optionen zur Linderung von Schmerzen während der Entbindung
Die Geburt eines Kindes ist ein überwältigendes Ereignis im Leben einer Frau, aber leider oft auch mit Schmerzen verbunden. Hebammen nutzen neben anderen Methoden wie Geburtshockern, Tüchern und Bädern auch Wärmekompressen und Sitzbälle (engl. birth ball), um den werdenden Müttern die Niederkunft zu erleichtern.

Ob eine der beiden letztgenannten Methoden besser ist als die andere untersuchte ein iranisches Geburtshilfeteam an 90 Erstgebärenden [1], die nach dem Zufallsprinzip drei Gruppen zugeordnet wurden. Während die Frauen in der Kontrollgruppe die in iranischen Krankenhäusern übliche sitzend-liegende Position einnahmen, wurden den Frauen der Wärmetherapiegruppe zusätzlich feucht-heiße Handtücher als Kompresse auf die Damm- und Kreuzbeinregion gelegt, die sie für eine halbe Stunde mit ihren Schenkeln festhielten. Die Frauen der dritten Gruppe setzten sich für 30 Minuten auf einen Sitzball und bewegten ihre Hüften vor und zurück und in kreisförmigen Bewegungen. Mittels einer 10-stufigen Skala wurde vor und im halbstündlichen Rhythmus nach der Behandlung die Schmerzgröße ermittelt. Als Referenzzeitraum diente die sogenannte Eröffnungsphase, während derer sich der Muttermund weitet.

Die Frauen beider Behandlungsgruppen hatten deutlich weniger Schmerzen als die Frauen ohne Behandlung. Die schmerzlindernde Wirkung war bei den Frauen der Wärmetherapie-Gruppe im Vergleich mit der Kontrollgruppe allerdings erst nach 60 Minuten statistisch signifikant.

Die durchschnittliche Dauer der Eröffnungsphase war in allen drei Gruppen gleich. Hierauf hatten die Anwendungen offenbar keinerlei Einfluss.

Einschätzung:
In modernen deutschen Kreißsälen sind nicht-pharmakologische Maßnahmen zur Schmerzlinderung bereits seit längerer Zeit angekommen. Im Iran scheinen sie eher noch unüblich zu sein. So verweisen die Autoren der Studie darauf, dass die beiden untersuchten Methoden einfach und kostengünstig umzusetzen sind.
Für werdende Mütter ist das Forschungsergebnis insofern interessant, als dass sie sich während der Geburtsvorbereitung nicht allzu viele Gedanken darüber machen müssen, was Ihnen unter der Geburt besser gegen die Schmerzen hilft. Letztlich entscheidet hier im wahrsten Sinne des Wortes das Bauchgefühl, und erfahrene Hebammen wissen meist sehr gut, was "ihren" Frauen in der jeweiligen Geburtsphase gut tun könnte.
 
Literatur
  1. Taavoni S, Sheikahan F, Abdolahian S, Ghavi F. Birth ball or heat therapy? A randomized controlled trial to compare the effectiveness of birth ball usage with sacrum-perineal heat therapy in labor pain management. Compl Ther Clin Pract 2016; doi: 10.1016/j.ctcp.2016.04.001 [epub ahead of print]. > Abstract
 
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Petra Koczy, Dipl.-Biol.
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Naturheilkundliche Selbsthilfe für die Schwangerschaft und die erste Babyzeit: Homöopathie, Schüßler Salze, Heilpflanzen u.v.m. [mehr]
 
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