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Parkinson: Sturzgefahr mindern mit Tai-Chi

Den Gleichgewichtssinn von Parkinson-Patienten verbessern
Die Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit stellt eines der Hauptprobleme der Parkinsonschen Krankheit dar. Die verminderte Stabilität in Haltung und Gang führt häufig zu Stürzen. Eine neue Studie zeigt: Mit Tai-Chi-Übungen können Betroffene effektiv vorbeugen.

Tai Chi, ursprünglich eine chinesische Kampfkunst, ist heute eine wissenschaftlich untersuchte Bewegungslehre mit hohem gesundheitlichen Nutzen. Unter anderem wurde in vergangenen Studien untersucht, wie Tai Chi zur Sturzprävention bei älteren Patienten beitragen kann. Im Unterschied zu Qi Gong zielt Tai Chi eher auf Bewegung, vereint aber gleichzeitig auch Atemführung und meditative Aspekte in sich.

In der vorliegenden, randomisierten Studie wurden insgesamt 195 Parkinson-Patienten auf drei Gruppen aufgeteilt. Über einen Zeitraum von sechs Monaten vollführten die Probanden jeweils zweimal wöchentlich unter Anleitung entweder Tai Chi-Übungen, sog. Widerstandstraining (Kräftigungsübungen mit Hilfe von Geräten) oder aber Stretching-Übungen. Nach drei und nach sechs Monaten wurden Haltungsstabilität und andere bewegungsspezifische Parameter gemessen. Es zeigte sich, dass die Patienten der Tai Chi-Gruppe hinsichtlich der Mehrzahl der überprüften Bewegungsfähigkeiten denen der Kontrollgruppen überlegen waren. Besonders hinsichtlich des Gleichgewichtssinns schnitten die Tai-Chi-Kandidaten besser als ihre Mitstreiter in den anderen Gruppen ab. In dieser Gruppe waren um zwei Drittel weniger Stürze zu beobachten als in den beiden anderen Gruppen.

Einschätzung
Erstmals wurde eine größere Studie zur Untersuchung des Effekts von regelmäßigen Tai Chi-Übungen auf den Gleichgewichtssinn von Parkinson-Patienten durchgeführt. In der Therapie von Parkinson-Patienten findet sonst die traditionelle Physiotherapie ihren festen Platz.

Die vorliegende Studie konnte zeigen, dass Tai Chi geringfügig erfolgreicher hinsichtlich der Verbesserung von Bewegungsabläufen und der Gleichgewichtskontrolle war, als herkömmliche Kräftigungsübungen. Da im Gegensatz zu Parkinson-spezifischen Symptomen wie dem Tremor motorische Dysfunktionen nicht gut auf medikamentöse Behandlung ansprechen, würde sich Tai Chi als ergänzende Methode im Gesamttherapiekonzept der Parkinson-Erkrankung anbieten.

Interessant wäre der direkte Vergleich von Tai Chi und Qi Gong im Rahmen zukünftiger Studien, da sich Qi Gong in vergangenen Studien bereits als erfolgreiche Zusatztherapie bei Parkinson zeigte.

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Literatur
  1. Li F, Harmer P, Fitzgerald K, Eckstrom E, Stock R, Galver J, Maddalozzo G, Batya SS. Tai Chi and postural stability in patients with Parkinson's disease. New Engl J Med 2012; 366: 511-519 > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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