Öfter mal lachen

Lachtherapie hilft älteren Menschen mit Depressionen
Depressionen im Alter ziehen meist einen Komplex an begleitenden Beschwerden mit sich, wie z.B. Schlaflosigkeit, Nachlassen des Gedächtnisses und schwindende Anteilnahme am sozialen Leben. Laut einer koreanischen Studie kann man diesem Phänomen mit Lachtherapie in der Gruppe begegnen.

Bereits in vergangenen Studien konnten Wissenschaftler zeigen, dass therapeutisches Lachen den Status und die Lebensqualität von Menschen mit depressiven Verstimmungen verschiedenen Ursprungs verbessern konnte.

Koreanische Forscher untersuchten nun, inwiefern eine spezielle Bevölkerungsgruppe, nämlich die von in Gemeinschaft lebenden älteren Menschen, von dieser Art von Therapie profitieren könnten.
Insgesamt 109 Probanden im Alter über 70 nahmen an der Studie teil, wobei 48 von Ihnen per Zufall der Lachtherapie-Gruppe und 61 der Kontrollgruppe (ohne jegliche Behandlung) zuwiesen wurden. Die Therapie wurde von einer hinsichtlich der Lachtherapie ausgebildeten Krankenschwester durchgeführt und erfolgte über einen Zeitraum von vier Wochen einmal in der Woche. Die Lachtherapie beinhaltete beispielsweise Elemente wie gemeinsames Tanzen, Singen und Klatschen, das die Studienteilnehmer mit verschiedenen Arten des Lachens begleiteten.

Hinsichtlich des depressiven Status und der Schlafqualität schnitten die Probanden in der Lachtherapie-Gruppe deutlich besser ab als die Kontrollgruppe. Allerdings war kein wesentlicher Unterschied zwischen beiden Gruppen in punkto „Verbesserung der Lebensqualität“ festzustellen. Welche Kausalitäten zwischen den beiden Phänomenen wie Schlaf und Depression bestehen sowie Einzelheiten der Wechselwirkung zwischen beiden, konnten die Wissenschaftler nicht eindeutig klären.

Einschätzung
Die Heilkraft des Humors erlangte in den letzten Jahren immer mehr Beachtung – zum Glück, denn therapeutisches Lachen, Lachyoga und andere Ansätze in dieser Richtung sind recht kostengünstig und (zumeist) frei von Nebenwirkungen. Auch das Ergebnis der vorliegenden Studie zeigt, dass über relativ kurze Zeit (einen Monat) schon Erfolge hinsichtlich des depressiven Syndroms erzielt werden können.

Leider weist die Studie verschiedene Aspekte auf, die das Ergebnis leicht verfälscht haben könnten. So ist neben der geringen Teilnehmerzahl zu bemängeln, dass die Wissenschaftler das Gruppenphänomen in der Auswirkung auf die untersuchten Details nicht berücksichtigt haben.

Reicht nicht vielleicht schon die Aktivierung älterer Menschen im Rahmen einer Gruppe aus, um einen ähnlichen Effekt wie mit der Lachtherapie zu erzeugen? Dies sollte vielleicht in zukünftigen Studien durch Beteiligung einer Kontrollgruppe mit dieser Ausrichtung überprüft werden.

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Literatur
  1. Ko H-J, Youn C-H. Effects of laughter therapy on depression, cognition and sleep among the community-dwelling elderly. Geriatr Gerontol Int 2011; 11: 267-274 > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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