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Nadeln unterstützt die Migräneprophylaxe

Akupunktur zumindest als begleitende Maßnahme erfolgreich
Insgesamt 140 Patienten mit der sogenannten Migräne ohne Aura wurden nach dem Zufallsprinzip entweder mit Akupunktur plus einer Placebo-Medikation oder aber mit vorgetäuschter Akupunktur plus Flunarizin, einem Standardwirkstoff zur Prophylaxe von Migräneanfällen, behandelt.

Gemessen wurde in dieser Studie die Anzahl der Tage, an denen die Patienten unter dem Migräneanfall litten, sowie der Schmerzgrad und die Lebensqualität der Patienten. Die Behandlung in beiden Gruppen erstreckte sich über einen Zeitraum von vier Wochen, in denen sie dreimal in der Woche eine halbstündige Akupunktursitzung bekamen.
Parallel nahmen sie ihre Medikation: 10 Milligramm in den ersten zwei Wochen, und 5 Milligramm in den folgenden zwei Wochen.

Sowohl nach vier Wochen sowie nach der Nachbeobachtungszeit von drei Monaten konnten die Wissenschaftler aber keinen wesentlichen Unterschied zwischen der Flunarizin-Gruppe und der Akupunkturgruppe feststellen. Allerdings konnte die Ennahme von konventionellen Schmerzmitteln bei den Akupunkturpatienten im Vergleich mit der Kontrollgruppe etwas gesenkt werden. Auch die Anzahl der Krankheitstage reduzierte sich in der Akupunkturgruppe im Vergleich zur Flunarizin-Gruppe. Hinsichtlich des primären Endpunkts, nämlich der Ansprechrate der Patienten auf die Akupunkturbehandlung, konnten die Wissenschaftler bei den Akupunkturpatienten allerdings eine statistisch signifikante Responderrate von 56 Prozent feststellen (zum Vergleich: in der Flunarizin-Gruppe waren es nur 37 Prozent).

Einschätzung
Akupunktur scheint auf der Basis der Ergebnisse dieser chinesischen Studie zur Migräneprophylaxe geeignet zu sein. Allerdings ist aufgrund der niedrigen Probandenzahl und der relativ kurzen Laufzeit der Studie das Ergebnis mit Argwohn zu betrachten.

Außerdem stellt die Placebokontrolle der Scheinakupunktur an sich schon ein Problem dar, da Studien bewiesen haben, dass auch diese unspezifische Effekte und zum Teil ähnliche analgetische Effekte erzeugen, wie die Akupunktur spezieller Punkte.

Trotz der von den chinesischen Wissenschaftlern propagierten methodologischen Qualität besteht also die Notwendigkeit weiterer Studien, die die oben genannten Aspekte berücksichtigen.

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Literatur
  1. Wang L-P, Zhang X-Z, Guo J, Liu H-L, Zhang Y, Liu C-Z, Yi J-H, Wang L-P, Zhao J-P, Li S-S. Efficacy of acupuncture for migraine prophylaxis: a single-blinded, double-dummy, randomized controlled trial. Pain 2011; 152: 1864-1871 > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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