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Ist Muskatnuss hilfreich bei diabetischer Neuropathie?

Studie untersucht erstmalig die schmerzlindernde Wirkung der Gewürznuss
Neuropathische Schmerzen bei Diabetes-Patienten sind schwierig in den Griff zu bekommen. Medikamente für die innerliche Anwendung sind teuer und zudem häufig mit Nebenwirkungen behaftet. Seit einigen Jahren sind jedoch vielversprechende Hinweise aus der Wissenschaft zu beobachten, dass sich schmerzlindernde Präparate zur äußeren Anwendung wie beispielsweise Capsaicin-haltige Salben als gut verträglich und wirksam erweisen.

Die Muskatnuss, Frucht des im urprünglich indonesischen Raum beheimateten Muskatnussbaums, dient nicht nur der Würzung von Speisen, sondern wird – verarbeitet zu einer Salbe – in der traditionellen Heilkunde Indiens auch bei Hauterkrankungen wie Flechten und Ekzemen eingesetzt.

In Tierversuchen erwies sich die äußerliche Anwendung eines Öls mit dem wirksamen Inhaltsstoff Eugenol aus der Muskatnuss auch bei Schmerzen erfolgreich. Wissenschaftler versuchten nun mittels einer Doppelblind-Studie diesen Effekt bei Diabetes-Patienten mit neuropathischen Schmerzen zu verifizieren.

Getestet wurde eine Salbe mit einem Anteil von 14% Muskatnussöl, die im südostasiatischen Raum im Handel erhältlich ist. Die als Kontrolle dienende Placebo-Salbe enthielt nur die Trägerstoffe, nicht aber den Wirkstoff aus der Muskatnuss. In jeder der beiden Probandengruppen von jeweils 37 Patienten konnte nach der therapeutischen Phase von einem Monat eine Schmerzreduktion von mindestens 30% festgestellt werden. Somit war der Unterschied zwischen beiden Gruppen statistisch nicht signifikant.

Einschätzung:
Leider ließen sich im Humanversuch die vielversprechenden Resultate aus den Tierversuchen zur schmerzlindernden Wirkung einer Salbe aus Muskatnussöl nicht bestätigen. Die Salbe erwies sich als ebenso wirksam wie das Scheinmedikament.

Die Wissenschaftler vermuten jedoch, dass die Trägerstoffe der Salbe – unter anderem Menthol und Methylsalicylat – für die ähnlichen Effekte in beiden Probandengruppen verantwortlich sind. In einzelnen Fällen konnte eine Schmerzlinderung durch Menthol bei chemotherapie-induziertem neuropathischem Schmerz und postherpetischer Neuralgie beobachtet werden.

Eine andere Ursache vermuten die Wissenschaftler in einem möglichen Placeboeffekt, wurde doch jeder Patient im Vorfeld darüber informiert, dass Ihnen die Salbe möglicherweise helfen könnte.

Entscheidend jedoch könnte die Tatsache gewesen sein, dass der präzise Gehalt an dem wirksamen Muskatnuss-Extrakt Eugenol den Forschern nicht bekannt war. Für weitere Studien auf diesem Gebiet empfiehlt sich somit die Verwendung einer Salbe mit einer transparenten Zusammensetzung.

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Literatur
  1. Motilal S, Maharaj RG. Nutmeg extracts for painful diabetic neuropathy: a randomized, double-blind, controlled study. J Altern Complement Med 2012 Oct 25: E-pub ahead of print (DOI: 10.1089/acm.2012.0016) > Abstract
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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In Deutschland leiden 5 % der Bevölkerung an Diabetes. Neben anderen Spätschäden entwickeln im Laufe der Jahre ein Drittel aller Zuckerkranken eine Diabetische Neuropathie, eine Nervenschädigung. [mehr]
 
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