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Multiple Sklerose - Körperlich aktiv Symptome bekämpfen

Bewegung vertreibt Erschöpfung, Depression und Empfindungsstörungen
Typische Symptome der nervenschädigenden Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose sind Fatigue, depressive Stimmung und Parästhesien (Gefühlsstörungen/Missempfindungen). Die Standardtherapie umfasst die Medikation mit Immunregulatoren, Antidepressiva und Stimmungsaufhellern. Dass auf die beiden zuletzt genannten Arzneimittelgruppen möglicherweise verzichtet werden kann, zeigt eine Studie mit an MS erkrankten Frauen.

Die Probandinnen wurden randomisiert in drei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe absolvierte dreimal wöchentlich ein 60-minütiges Hatha-Yoga-Programm, die zweite Gruppe betrieb genauso häufig und lang Aquagymnastik und die Kontrollgruppe traf sich nach dem vorgegebenen Zeitplan zu Gesprächen mit Ärzten, Therapeuten und anderen Gruppenmitgliedern. Zu Beginn und am Ende der 8-wöchigen Studie schätzten die Patientinnen anhand von Fragebögen den Schweregrad ihrer Erschöpfung, Depression und Parästhesien ein.

Sowohl Aquagymnastik als auch Yoga wirkten sich positiv auf die verschiedenen Symptome aus und senkten diese signifikant, während in der Kontrollgruppe keinerlei Veränderungen zu beobachten waren. Auf die chronische Erschöpfung hatte Yoga einen stärkeren Einfluss als Aquagymnastik; Depression und Empfindungsstörungen wurden durch beide Bewegungstherapien ungefähr gleich stark abgesenkt.

Einschätzung:
Die Autoren der Publikation zeigen in ihrer Diskussion die Schwächen der Studie auf, zu denen u.a. die geringe Probandenzahl, die Art der Datenerhebung (Selbsteinschätzung durch die Studienteilnehmerinnen) und der Mangel an weiteren Messparametern, wie Schlafqualität und Biomarker aus Blutuntersuchungen, zählen. Sie kommen dennoch zu dem Schluss, dass sowohl Yoga als auch Aquagymnastik bei weiblichen MS-Patienten einen positiven Einfluss auf Fatigue, Depression und Parästhesien haben und in weiteren Studien die genannten Untersuchungslücken geschlossen werden sollten.
Interessant, aber von den Autoren nicht angeführt, wäre eine zusätzliche Untersuchung, inwieweit durch die körperliche Aktivität eine Reduzierung der eingangs erwähnten Medikamenteneinnahme erzielt werden kann.
 
Literatur
  1. Razazian N, Yavari Z, Farnia V, et al. Exercising impacts on fatigue, depression, and paresthesia in female patients with multiple sclerosis. Med Sci Sports Exerc 2016; 48(5): 796-803. > Abstract
 
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Petra Koczy, Dipl.-Biol.
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