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Moxibustion zur Unterstützung der körperlichen Genesung nach Schlaganfall

Synergieeffekte durch Kombination von Reha-Training mit Moxa-Therapie
Schlaganfall ist weltweit die dritthäufigste Todesursache. Aber selbst wenn es nicht zum Äußersten kommt, führt die zeitweilige Unterversorgung des Gehirns bei etwa 90 % der Patienten zu bleibenden Schädigungen. Diese können sich u.a. in kognitiven, psychischen oder sprachlichen Defiziten sowie Einschränkungen der motorischen Fähigkeiten äußern. Allein und in Kombination schränken sie die Lebensqualität der Patienten zum Teil massiv ein. Das Ziel von frühzeitigen Rehabilitations-Maßnahmen ist es, diesen Defiziten entgegen zu wirken und den Patienten möglichst viel Eigenständigkeit wieder zu geben.
 
Moxibustion oder auch Moxa-Therapie ist eine Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin, um ein energetisches Ungleichgewicht im Körper zu behandeln. Durch das Verglimmen von Kräuterhütchen oder –zigarren auf Akupunkturpunkten am Körper des Patienten soll die Balance zwischen Yin und Yang wiederhergestellt und eine Genesung des kranken Menschen gefördert werden.
 
Wissenschaftler der Zhengzhou University in China stellten die Hypothese auf, dass Moxibustion zusätzlich zu Rehabilitationsmaßnahmen den Genesungsprozess von Schlaganfallpatienten mit spastischer Hemiplegie (Verkrampfung und Lähmung von Gliedmaßen) verbessern kann. Sie teilten 84 Patienten nach dem Zufallsprinzip einer reinen Reha-Gruppe und einer Reha+Moxibustions-Gruppe zu. Alle Teilnehmer erhielten vier Einheiten (fünf Tage/Woche) Therapie nach der Bobath-Technik. Die Probanden der Moxibustions-Gruppe erhielten in dieser Zeit zusätzlich fünfmal wöchentlich Moxa-Behandlungen an festgelegten Energiepunkten.
 
Vor der Behandlungsphase, nach zwei Wochen Therapie und sechs Monate nach Behandlungsende wurde mittels folgender Mess-Skalen der körperliche Status der Studienteilnehmer evaluiert:
  • Brunnstrom Stadien: Messung der motorischen Erholung
  • Modified Ashford-Scale (MAS): Messung der muskulären Spastizität
  • Clinical Spasticity Index (CSI): Messung muskulärer Spastizität der unteren Gliedmaßen
  • Fugl-Meyer Motor Scale: Messung der Leistungsfähigkeit bei motorischen Aufgaben
  • Barthel-Index (BI): Messung der Eigenständigkeit bei der Ausführung alltäglicher Handlungen
  • Patienten-Einschätzung des eigenen körperlichen Zustandes (Lebensqualität)
     
Die Probanden beider Gruppen erzielten bereits nach zwei Wochen Behandlungsphase bessere Messwerte als vor Beginn. Eine weitere Steigerung wurde beim dritten Messzeitpunkt sechs Monate nach Behandlungsende konstatiert. Im Vergleich mit der Reha-Gruppe erreichten die Teilnehmer der Moxibustions-Gruppe jedoch signifikant bessere Ergebnisse, sowohl nach zwei Wochen Therapie als auch sechs Monate danach. Ebenfalls in der Selbst-Einschätzung der Probanden äußerte sich dieser Unterschied; die Teilnehmer der Moxibustions-Gruppe zeigten eine positivere Einstellung.

Einschätzung
Obwohl die untersuchte Patientenzahl relativ gering ist, so ist das Ergebnis der Studie doch sehr überzeugend und gibt Anlass, weitere Untersuchungen an größeren Probandengruppen vorzunehmen, um die Evidenz der Moxibustions-Behandlung von spastischer Hemiplegie nach Schlaganfall zu belegen. Eine schnelle Verbesserung des körperlichen Zustandes beugt Manifestationen von motorischen Einschränkungen vor, verleiht den Patienten frühzeitig mehr Eigenständigkeit und Lebensqualität und steigert auf diesem Weg die Motivation zur Fortsetzung von Rehabilitationsmaßnahmen.
 
Literatur
  1. Wei YX, Zhao X, Zhang BC. Synergistic effect of moxibustion and rehabilitation training in functional recovery of post-stroke spastic hemiplegia. Compl Ther Med 26: 55-60. > Abstract
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Petra Koczy, Dipl.-Biol.
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