Mit Urwaldpflanzen gegen Alzheimer

Im brasilienischen Regenwald wächst die Pflanze Marapuama (auch Muira Puma; wissenschaftlicher Name Ptychopetalum olacoides), die traditionell gegen eine Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt wird. Eine kürzlich veröffentlichte Studie untersucht die Wirksamkeit von Marapuama bei der Behandlung von Alzheimer (1). Wenn auch die Entstehung der Alzheimer-Krankheit noch nicht ganz geklärt ist, so wird vermutet, dass entartete Eiweißmoleküle (Beta-Amyloid-Peptide) daran beteiligt sind. Sie werden bei Alzheimer-Patienten innerhalb und außerhalb der Zellen im Gehirn gefunden, wo sie sich zusammenlagern und sogenannte Plaques bilden.

In den Versuchen wurden Mäuse 14 Tage lang mit einem Extrakt aus Marapuama behandelt und verschiedene Tests durchgeführt. In den beiden Gruppen von Kontrollmäusen zeigten sich ausgeprägte Plaques. Die Gruppe von Mäusen, die mit Marapuama behandelt worden war, zeigte dagegen eine etwas geringere Plaquebildung. Außerdem war das Langzeitgedächtnis bei den behandelten Mäusen leicht besser und die Neuronenschädigung war geringer. Bei drei weiteren Parametern ergaben sich keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zu den Kontrollen.

Einschätzung
Bisher gibt es kein Tiermodell, das alle Facetten der Alzheimer-Krankheit des Menschen abbildet. Daher sind die gefundenen Erfolge in dieser Studie Hinweise, die weiter verfolgt werden sollten, auch wenn einige Parameter keine Verbesserung zeigten. Sind die positiven Effekte zum Teil auch klein, so darf nicht vergessen werden, dass diese Verbesserungen nach nur 14 Tagen therapeutischer Behandlung erreicht worden sind. Die Studie vereint ein gutes Design mit vielen Kontrollen, teilweise verblindeter Auswertung und ausführlicher Diskussion.

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Literatur
  1. Figueiró M, Ilha J, Linck VM, Herrmann AP, Nardin P, Menezes CB, Achaval M, Gonçalves CA, Porciúncula LO, Nunes DS, Elisabetsky E. The Amazonian herbal Marapuama attenuates cognitive impairment and neuroglial degeneration in a mouse Alzheimer model. Phytomedicine. 2011 Feb 15;18(4):327-33.
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Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
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