Bild fehlt:/media/banner/543x183_calendula.jpg

Lindert Ringelblumen-Creme strahlungsbedingte Hautreizungen?

Calendula- und Standardcreme liegen Kopf an Kopf
Patienten, die sich im Zuge ihrer Krebserkrankung einer Strahlentherapie unterziehen müssen, leiden häufig an mehr oder weniger gravierenden Hautreaktionen wie juckenden oder schmerzenden Erythemen. Bisher wurde das regelmäßige Auftragen einer Creme auf wässriger Basis empfohlen. Pflanzliche Produkte, die z.B. Aloe vera oder Calendula enthalten, stehen jedoch immer mehr im Interesse der Wissenschaft, obwohl bisher keine wirklich positiven Ergebnisse hinsichtlich des Einsatzes bei Haureizungen nach Strahlentherapie erzielt werden konnten.
 
Ein schwedisches Forscherteam verglich in einer randomisierten Studie mit 411 Brustkrebspatientinnen, die Strahlentherapie erhalten hatten, den Effekt einer Calendulacreme mit der Standardcreme auf Wasserbasis (ohne Parabene). Alle Patientinnen klagten über Symptome wie brennendem oder ziehendem Schmerz, Jucken und Berührungsempfindlichkeit der bestrahlten Stellen auf der Haut. Per Zufallsprinzip wurden die Patientinnen der einen oder der anderen Gruppe zugewiesen. Zweimal täglich sollten die Probandinnen die ihnen überlassene Creme dünn auf ein großzügig definiertes Areal im Achsel-, Schulter- und Rückenbereich auftragen, und zwar über einen Zeitraum von zwei Wochen nach der letzten Bestrahlungseinheit.
 
Die Wissenschaftler konnten keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen feststellen. In der Nachbeobachtung waren es 23% in der Calendula- und 19% in der Standardcreme-Gruppe, die noch gravierende Beschwerden zu beklagen hatten. Auch hinsichtlich der von den Patientinnen selbst berichteten Symptome unterschieden sich beide Gruppen nicht wesentlich. Am Ende bewerteten sie die standardmäßig verwendete wässrige Creme besser als das Calendulaprodukt.

Einschätzung:
Positiv zu beurteilen ist die hohe Patientenzahl, die für die Analyse zur Verfügung stand. Auch die Ansprechrate der Probandinnen bewegte sich in einem guten Bereich, nämlich um die 95-96%. Der Grund für die bessere Bewertung der Standardcreme mag darin liegen, dass die Patientinnen, wie in einer früheren Studie auch, Probleme beim Auftragen hatten. Vielleicht zog die Creme nicht so gut in die Haut ein wie die Creme auf wässriger Basis. Zum anderen könnten sich die Zeiträume zwischen den Erhebungen als zu groß erwiesen haben; zum Teil bis zu 17 Tage zwischen den einzelnen Beobachtungen. Wie auch immer, die Wissenschaftler können am Ende weder für das eine noch das andere Produkt eine favorisierende Empfehlung aussprechen. Preislich dürften sich beide Cremes jedoch unterscheiden...

Zurück zur Nachrichtenübersicht
 
Literatur
  1. Sharp L, Finnilä K, Johansson H, Abrahamsson M, Hatschek T, Bergenmar M. No differences between Calendula cream and aqueous cream in the prevention of acute radiation skin reactions. Results from a randomised blinded trial. Eur J Oncol Nursing 2013; 17: 429-435 > Abstract
Mehr zum Thema: Haut & Phytotherapie/Pflanzenheilkunde > Seekieferborken-Extrakt lindert Hämorrhoidenleiden > Ist Betelpfeffer gut für die Haut? > Sonnenschutz mit Grüntee und Ginkgo > Eine Frucht gegen Neurodermitis? > Gesunde Nägel: ein blaues Wunder erleben > Mit voller Immunkraft gegen Warzen? > Aktinische Keratose: Dagegen ist ein Kraut gewachsen > Natürliche Hilfe bei Akne > Sonnenbrand? Nein, Danke! > Pflanzliche Hilfe für den empfindlichen Babypopo > Aloe Vera-Extrakt gegen dunkle Hautflecken? > Läßt das Fett der Avocado Wunden schneller heilen? > Wirksamkeit von Nachtkerzen- und Borretschöl bei Neurodermitis > Pflanzliches Anti-Aknemittel > Qualvoll: Juckreiz nach Verbrennungen > Nachtkerzenöl lindert Nebenwirkungen eines Krebsmedikaments > Pflanzencocktail gegen Hautpilz? > Volles Haar durch Pflanzenkraft > Mit Korianderöl gegen Fußpilz > Natürlicher Ansatz gegen den Ansatz > Pflanzliche Alternative bei Herpes > Aronia-Saft glättet Orangenhaut > Zitronengras lindert Hautpilz > Mundgesund mit Aloe vera
 
Diese Seite
per Email versenden
drucken
share on facebook
 
Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
Telefon
Email
Die konventionelle Medizin setzt gegen den Krebs vor allem OP, Bestrahlung, Hormon- und Chemotherapie ein. Diese wirkungsvollen Therapien können Nebenwirkungen verursachen. Der Ratgeber zeigt, wie sich diese Nebenwirkungen mildern lassen. [mehr]
 
© 2011-2014 Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | Am Deimelsberg 36 | 45276 Essen | Telefon: +49 0201 563050 | Telefax: +49 0201 56305 30