Lavendelöl hemmt den Pilzbefall

Phytotherapie
Da sind wir uns wohl alle einig: Pilze gehören in den Wald, aber nicht auf Haut, Finger, Fußnagel oder gar in den Genitalbereich. Auch ein Befall mit Candida albicans oder Aspergillus fumigatus gehört wohl eher zu den unerwünschten Ereignissen. Gefährlich wird es, wenn die Pilze über das Blut innere Organe befallen. Ist das Immunsystem des betroffenen Patienten geschwächt, kann dies zum Tod führen.

Umso erfreulicher ist es, dass sich in einer aktuellen, portugiesischen Studie ein ätherisches Öl als wirksam gegen die unbeliebten Eindringlinge bewährt hat. Im Rahmen der experimentellen Untersuchung wurde das aus luftgetrocknetem portugiesischen Lavendel (Lavandula viridis) destillierte ätherische Öl analysiert und die Effekte der insgesamt 51 einzelnen identifizierten Komponenten in verschiedenen Konzentrationen auf Hefe- und Fadenpilze untersucht.  
Die höchste antifungale Aktivität des Öls wurde bei Cryptococcus neoformans beobachtet, einem hefenähnlichen Pilz, der in Form einer Kryptokokkose insbesondere AIDS-Patienten befällt.
Hinsichtlich der inhaltlichen Einzelkomponenten bewies sich das α-Pinen als aktivster antifungaler Bestandteil, während andere Hauptbestandteile des Lavendelöls (1,8-Cineol, Kampfer, und Linalool) vergleichsweise niedrige antifungale Effekte zeigten. Dennoch weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass bei den meisten ätherischen Öle die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Komponenten für die Wirksamkeit verantwortlich sei, aber dass spezifische biologische Effekte nur sehr schwierig einzelnen Bestandteilen zuzuordnen seien.

Die Beobachtung, dass verschieden hohe Konzentrationen des Öls hemmende bzw. den Zelltod verursachende Effekte verursachen, erklären die Wissenschaftler mit der Vermutung, dass das ätherische Öl durch direktes Eindringen durch die Zellmembran und der Zerstörung der Organellen im Zellinneren den Zelltod verursache. Sie mutmaßen, dass eine höhere Konzentration des ätherischen Öls und/oder eine längere Einwirkungsdauer den Effekt noch verstärken und beschleunigen könnten.

Weitere Untersuchungen müssen diese Ergebnisse aber noch festigen, bevor klinische Untersuchungen auf diesem Gebiet erfolgen können.

Zurück zur Nachrichtenübersicht
 
Mehr zum Thema: Infektionen & Phytotherapie/Pflanzenheilkunde > Mistelextrakt bei chronischer Hepatitis C > Grüner Tee schützt vor Grippe > Funkstörung bei Bakterien (Teil 2) > Polyphenole aus dem Granatapfel sind antiviral > Hilft ein Wirkstoff aus Wurmkraut gegen die Chagas-Krankheit? > Dem Herpes keine Chance? > Mariendistel einmal anders > Süßholzextrakt bei chronischer Hepatitis C > Weniger Viren, mehr Lebensqualität > Mit ätherischen Ölen Pilzen zu Leibe gerückt > Hoffnungsträger in punkto Vogel- und Schweinegrippe? > Hilfe gegen Candidose > Pflanzen gegen Magengeschwüre? > Hilfe gegen tropische Infektionskrankheit? > Suche nach neuen Grippe-Wirkstoffen > Ungetrübter Sushi-Verzehr? > Wirken Antibiotika besser mit Korianderöl? > Pflanzliche Extrakte gegen tropische Infektionskrankheit? > Sauer macht lustig ...und hilft gegen Malaria > Grüner Tee gegen Hepatitis C > Endlich auf (pilz)freiem Fuß! > Mariendistel bei Hepatitis C > Natürliche Parasitenabwehr > Phytotherapie bei Wurmkrankheit? > Knoblauch statt Antibiotika bei Infektionen von Fischen? > Anis als natürliches Anti-Pilzmittel > Funkstörung bei Bakterien > Neue Erfolge bei Leishmaniose > Pflanzliche Parasitenabwehr > Pilze: Schatzkammer im Kampf gegen Bakterien? > Antibiotische Wirkung von Heilpflanzen > Kampf gegen Krankenhauskeime: Kann Grüner Tee helfen? > Aloe zur natürlichen Wundheilung? > Geranie als Schutz vor AIDS? > Phytotherapie unterstützt Antibiotika > Bienen mögen es gesund > Mit Beerenkraft gegen Erkältungen auf Flugreisen > Pflanzliche Antibiotika bei Infekten & Co
 
Diese Seite
per Email versenden
drucken
share on facebook
 
Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
Telefon
Email
 
© 2011-2014 Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | Am Deimelsberg 36 | 45276 Essen | Telefon: +49 0201 563050 | Telefax: +49 0201 56305 30