Lachyoga oder Gruppensport?

Beides hilft bei Depressionen
Lachyoga – eine Kombination aus grundlosem Lachen und Atem- und Dehntechniken des Yoga – wurde durch Madan Kataria, einem Arzt aus Mumbay, weltweit populär. Den ersten Lachclub gründete Kataria im Jahr 1995. Heute beläuft sich die Zahl der Lachclubs weltweit auf mehr als 5000. Kataria geht davon aus, dass sowohl simuliertes als auch spontanes Lachen vergleichbare Auswirkungen auf Körperfunktionen wie Muskelentspannung, Immunmodulation sowie den Hormonhaushalt und den mentalen Status habe.
 
Im Iran untersuchten Wissenschaftler nun, welche Effekte Lachübungen nach den Maßgaben des Lachyogas auf ältere weibliche Patienten (zwischen 60 und 80 Jahren alt) mit depressiven Verstimmungen haben. Insgesamt siebzig Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen aufgeteilt: 23 Patienten wurden der Lachyoga-Gruppe zugeteilt, 23 weitere Patienten der Sportgruppe und 24 Patienten wurden einer Kontrollgruppe zugewiesen. Insgesamt sechzig Patienten beendeten die Studie, jeweils zwanzig in jeder Gruppe. Die Lachyoga-Gruppe vollzog in insgesamt zehn Therapiesitzungen Übungen nach den Vorgaben Katarias, z.B. Lachübungen in Kombination mit Atemübungen, das Nachahmen kindhaften Verhaltens, bestimmte Handbewegungen wie Händeklatschen und andere Übungen. Die Sportgruppe absolvierte in zehn 30-minütigen Übungseinheiten Aerobicübungen, die auch Joggen und Dehnübungen beinhalteten. Sowohl die Patienten in der Lachyoga, als auch in der Sportgruppe profitierten gleichermaßen von ihrer jeweiligen Therapie. Zwischen beiden Gruppen war bezüglich des sogenannten Yesavage Geriatric Depression Scale (GDS) (Fragebogen zur frühzeitigen Erkennung von Depressionen) kein wesentlicher Unterschied festzustellen. Lediglich hinsichtlich der Lebenszufriedenheit, gemessen mit Hilfe des sogenannten Diener life satisfaction scale, war die Lachyogatherapie der Sporttherapie überlegen. Aufgrund des erzielten Ergebnisses kann man vermuten, dass Lachyoga eine adäquate Therapie darstellt, um Patienten mit Depressionen zu helfen.

Einschätzung
Allerdings beinhaltet die vorliegende Studie auch einige Mängel: So lassen sich die Ergebnisse nicht auf die Gesamtheit der Bevölkerung übertragen, da nur Frauen als Probanden ausgewählt wurden, die zudem noch dem großstädtischen Umfeld (Teheran) angehören. So bedürfte die Akzeptanz dieser Art von Interventionen bei Probanden z.B. aus ländlichen Regionen einer zusätzlichen Überprüfung. Zudem wird von den Autoren nicht verdeutlicht, um welche Art von Kontrolle es sich in der Kontrollgruppe handelt. Auch die relativ kleine Probandenzahl relativiert das Ergebnis dieser Studie, das erst mit Hilfe einer weiteren Studie mit einer höheren Probandenzahl konsolidiert werden müsste.

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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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