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Hustendes Kind: Nicht gleich zum Antibiotikum greifen!

Homöopathikum als Therapieoption bei akutem Husten
Der allzu freizügige Einsatz von Antibiotika in der frühen Kindheit kann sich nachhaltig auf die spätere Gesundheit der kleinen Patienten auswirken. So zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass Kinder, die im Kleinkindalter doppelt so viele Antibiotika wie ihre Altersgenossen verabreicht bekommen hatten, häufiger an Arthritis erkrankten. [1] Eine andere, tierexperimentelle Studie deutet auf die längerfristige Veränderung von Körperfunktionen durch zu häufige Antibiotikagaben hin, die zu stetiger Gewichtszunahme führen kann und somit ein Gesundheitsrisiko im späteren Alter darstellt. [2] Ein Cochrane-Review konnte der antibiotischen Therapie bei Husten und Erkältungserkrankungen keine hinreichende Evidenz attestieren, sehr wohl aber ein hohes Potenzial an auftretenden Nebenwirkungen. [3]
 
Vor diesem Hintergrund, aber auch angesichts drohender Antibiotikaresistenzen untersuchten Wissenschaftler der Universität Bologna die Wirksamkeit eines homöopathischen Hustensirups bei akutem kindlichen Husten. [4] Das Mittel, das aus zehn verschiedenen potenzierten Einzelkomponenten besteht, erwies sich bereits in einer Studie mit erwachsenen Teilnehmern als wirksam gegen akuten Husten.
 
Insgesamt 85 Kinder mit akutem Husten im Alter zwischen 4 und 15 Jahren wurden in vier pädiatrischen Ambulanzen entweder nur mit dem homöopathischen Sirup oder aber mit dem Sirup zuzüglich eines Antibiotikums über jeweils zehn Tage behandelt. In beiden Gruppen konnte die Hustenintensität signifikant reduziert werden. Unter Antibiotikagabe waren aber deutlich mehr Nebenwirkungen (bspw. Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschläge) zu beobachten.

Einschätzung:
Die Studie konnte zeigen, dass eine Behandlung akuten Hustens bei Kindern mit einem homöopathischen Hustensirup ohne zusätzliche Gabe von Antibiotika nicht nur effektiv, sondern auch weitaus verträglicher ist. Insbesondere hinsichtlich zunehmender Antibiotikaresistenzen und potenzieller Spätfolgen durch häufige Antibiotikagaben im Kleinkindalter sind derartige Ergebnisse begrüßenswert. Das primäre Ziel der vorliegenden, als vorläufige Untersuchung angelegte Beobachtungsstudie bestand nicht in der Untersuchung der potenziell überlegenen Wirksamkeit des Hustensirups, sondern darin aufzuzeigen, dass eine zusätzliche Behandlung mit Antibiotika nicht von Nutzen ist. Die zu ziehende Schlussfolgerung muss dementsprechend lauten, dass eine routinemäßige Verordnung von Antibiotika bei unkompliziertem, akutem Husten nicht nur nicht geraten, sondern auch mit unverhältnismäßig hohen längerfristigen Gesundheitsrisiken verbunden sein kann.

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Literatur
  1. Horton DB, Scott FI, Haynes K, Putt ME, Rose CD, Lewis JD, Strom BL. Antibiotic exposure and juvenile idiopathic arthritis: a case-control study. Pediatrics 2015; 136(2): e333-343 > Abstract
  2. Nobel YR, Cox LM, Kirigin FF, Bokulich NA, Yamanishi S, Teitler I, Chung J, Sohn J, Barber CM, Goldfarb DS, Raju K, Abubucker S, Zhou Y, Ruiz VE, Li H, Mitreva M, Alekseyenko AV, Weinstock GM, Sodergren E, Blaser MJ. Metabolic and metagenomic outcomes from early-life pulsed antibiotic treatment. Nature Communications 2015 Jun 30;6: Article no. 7486 > Abstract
  3. Arroll B, Kenealy T. Antibiotics for the common cold, a meta-analysis. Cochrane Database Syst Rev. 2000; 2: CD 000247 > Abstract
  4. Zanasi A, Cazzato S, Mazzolini M, Ierna CMS, Mastroroberto M, Nardi E, Morselli-Labate AM. Does additional antimicrobial treatment have a better effect on URTI cough resolution than homeopathic symptomatic therapy alone? A real-life preliminary observational study in a pediatric population. Multidisc Respir Med 2015; 10(1): 25. doi: 10.1186/s40248-015-0022-3 > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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