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Homöopathie bei Heuschnupfen

Neue Fallserie bietet vielversprechende Ergebnisse
Heuschnupfen ist eine weitverbreitete Erkrankung. Die Lebensqualität der Betroffenen ist mitunter saisonal stark eingeschränkt. Viele Patienten versuchen daher, eine Linderung Ihrer Symptome durch eine homöopathische Behandlung zu erzielen. Für die Wirksamkeit eines standardisierten Präparats (Galphimia glauca) liegen bereits seit langem deutliche Belege aus mehreren Studien vor (1). Die Verschreibung individuell ausgewählter homöopathischer Arzneimittel bei Heuschnupfen wurde dagegen bislang kaum systematisch untersucht. Die vorliegende Pilotstudie (2) liefert hierzu erste Ansätze.

Zwischen 2012 und 2013 wurden acht Patienten in die Studie aufgenommen. Die Krankheitsbelastung wurde zu Beginn der Beobachtungszeit mittels eines Selbsteinschätzungsfragebogens (MYMOP – Measure Yourself Medical Outcome Profile) erhoben. Weitere Messungen erfolgten jeweils nach zwei und vier Wochen. Jeder Proband erhielt nach einer Anamnese ein oder mehrere individuell ausgewählte homöopathische Arzneimittel.

Bereits nach zwei Wochen konnte eine statistisch signifikante Reduktion der Heuschnupfenbeschwerden beobachtet werden: Die Fragebogen-Werte für Symptome im Bereich der Augen und der Nase sowie Aktivitätsniveau und allgemeines Wohlbefinden besserten sich deutlich (MYMOP-Score zu Studienbeginn 3,83 vs. 1,14 nach 14 Tagen). Diese positive Tendenz setzte sich bis zum zweiten Messzeitpunkt nach vier Wochen fort (MYMOP-Score 1,06). Insgesamt konnte so über die gesamte Studiendauer hinweg eine durchschnittliche Besserungsrate von 72% erzielt werden.

Die individualisierte homöopathische Behandlung der Pollinosis zeigte sich in dieser Pilotstudie als deutlich wirksam. Es konnten klinisch relevante Verbesserungen der Beschwerdebilder, ein Zugewinn an Lebensqualität sowie eine Reduktion der Einnahme konventioneller Arzneimittel erzielt werden.

Einschätzung:
Wegen der geringen Fallzahl und der Art und Weise, wie die Zielparameter gemessen wurden, sind diese Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren. Die gemachten Beobachtungen decken sich aber mit den Resultaten früherer Studien mit einer höheren methodischen Qualität und größeren Probandenzahlen (1)(3). Die Studienlage lässt daher insgesamt einen Therapieversuch des Heuschnupfens mit homöopathischen Arzneimitteln für Betroffene lohnenswert erscheinen.
 
Literatur
  1. Wiesenauer, M., Lüdtke, R.: A meta-analysis of the homeopathic treatment of pollinosis with Galphimia glauca, Brit Hom J 89(suppl. 1), 2000, S. s52 > Abstract
  2. Pandey, V.: Hay fever & homeopathy, A case series evaluation, Homeopathy 105(2), 2016, S. 202-208 > Abstract
  3. Witt CM, Lüdtke R, Baur R, Willich SN. Homeopathic medical practise: Long-term results of a cohort study with 3981 patients. BMC Public Health 2005;5(115):1-8. > Abstract
 
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Jens Behnke
Dr. Jens Behnke
Homöopathie in Forschung und Lehre
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