09.12.2015

Homöopathie, Anthroposophie und Phytotherapie von der Steuer absetzen?

BFH wertet verordnete Therapien als außergewöhnliche Belastungen
Wegen eines Bandscheibenvorfalls und chronischer Rückenschmerzen hatte der Hausarzt einer Patientin 36 heileurythmische Behandlungen verordnet. Die Kosten von insgesamt 1620 Euro machte die Frau als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend – das Finanzamt wollte dies jedoch nicht anerkennen. Das Argument: Vor Behandlungsbeginn hätte die Patientin ein amtsärztliches Gutachten oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung einholen müssen, welche die Erforderlichkeit der Therapie nachweist.

Dem widersprach nun der Bundesfinanzhof mit Hinweis darauf, dass Behandlungsmethoden und Heilmittel der "besonderen Therapierichtungen" besonders begünstigt seien und daher unter bestimmten Voraussetzungen teilweise auch die gesetzlichen Krankenversicherungen dafür aufkämen. Hierzu zählten die Homöopathie, Phytotherapie und auch die Anthroposophie mit dem Heilmittel "Heileurythmie". Bei diesen gesetzlich anerkannten Behandlungsmethoden reiche die Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers aus, um die Erforderlichkeit der Therapie nachzuweisen.
 
Literatur
  1. Ärzte Zeitung online vom 23.06.2014: So lässt sich Alternativmedizin von der Steuer absetzen > Abstract
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