Hilft ein Wirkstoff aus Wurmkraut gegen die Chagas-Krankheit?

Die Chagas-Krankheit ist eine schwer zu behandelnde Infektionskrankheit, die hauptsächlich  in Mittel- und Südamerika auftritt.
Der Erreger ist ein kleiner Einzeller (Trypanosoma cruzi), der vor allem durch Wanzen verbreitet wird. Der Erreger tritt in unterschiedlichen Entwicklungsformen auf.Derzeit sind nur zwei chemische Wirkstoffe verfügbar, die unter Umständen wirksam gegen eine Chagas-Erkrankung sind, aber gleichzeitig mannigfaltige Nebenwirkungen hervorrufen können.
 
Die vorliegende Studie einer Brasilianische Arbeitsgruppe untersucht die Effektivität des Wirkstoffes Parthenolid aus Rainfarn (auch „Wurmkraut“, Tanacetum vulgare) gegen den Erreger im Laborversuch. Das Rainfarn-Parthenolid wurde entweder alleine mit den Erregern vermengt oder in Kombination mit dem chemischen Wirkstoff Benznidazol.
 
Das Ergebnis: Beide Stoffe hemmten zwar das Wachstum der Erreger, jedoch war die Effektivität der Wirkstoffe in Kombination größer als ein rein additive Effekt der Einzelwirkstoffe.
Es gab also einen deutlichen synergistischen Effekt von Parthenolid und Benznidazol. Leider kommt es nur bei der weniger infektiösen Entwicklungsform des Erregers zu dieser verstärkenden Wirkung. Aber auch bei der hochinfektiösen Entwicklungsform konnte die eingesetzte Menge von Benznidazol durch Gabe von Parthenolid verringert werden: hier lag allerdings ein rein additiver Effekt vor.

Einschätzung
Die vorliegenden Ergebnisse haben bisher nur hinweisenden Charakter: die Anzahl der Messungen und die dargestellten Ergebnisse sind bisher noch ungenügend. Es werden ausführlichere Studien notwendig sein, um eindeutig zu zeigen, ob sich durch die synergistische Wirkung von Parthenolid aus Rainfarn einerseits die Effektivität von Benznidazol erhöhen, andererseits die Giftigkeit von Benznidazol verringern lassen.

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Literatur
  1. Pelizzaro-Rocha KJ, Tiuman TS, Izumi E, Ueda-Nakamura T, Dias Filho BP, Nakamura CV. Synergistic effects of parthenolide and benznidazole on Trypanosoma cruzi. Phytomedicine. 2010 Dec 15;18(1):36-9.
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Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
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