Hilfe gegen tropische Infektionskrankheit?

Neue Forschung zur Leishmaniose

Leishmanien sind parasitierende, tierische Einzeller, die durch Mücken übertragen werden. In Mittel- und Südamerika verursachen die Parasiten eine besonders schwere Form der Leishmaniose, die zu großflächigen Geschwüren und Gewebeverlusten im Gesicht führt. Die Heilungstendenz ist gering, nur durch Einsatz von Chemotherapeutika ist bisher eine effektive Behandlung möglich.

Diese Therapien sind inzwischen teilweise älter als 50 Jahre, und einige Leishmanien sind bereits resistent dagegen. Hinzu kommen unerwünschte Nebenwirkungen, die auch bei den neuen Chemotherapeutika auftreten. Diese Faktoren bewirken eine rege Aktivität auf dem Forschungssektor zur Behandlung der Leishmaniose.

In einer neuen Studie wurde ein Extrakt aus dem Annattostrauch (Bixa orellana), auch Orleansstrauch, hinsichtlich seiner anti-parasitären Wirkung untersucht und die Ergebnisse in einem Kurzbericht dargestellt (1).

In Reagenzglasversuchen hemmte der Extrakt einerseits den Stoffwechsel der Erreger und führte zu einer verringerten Infektiösität in Mausimmunzellen, wirkte andererseits auf die Mausimmunzellen in der verwendeten Konzentration aber kaum toxisch. In anschließenden Versuchen wurden erkrankte Mäuse nach dem Zufallsprinzip entweder mit dem Extrakt, einem Chemotherapeutikum oder mit Placebo behandelt oder blieben unbehandelt. Nur der Extrakt aus B. orellana verminderte die Ausbreitung der Läsionen und die Anzahl der Parasiten im Körper im Vergleich zu den unbehandelten Tieren.

Einschätzung
Entsprechend dem Charakter eines Kurzberichtes fehlen an einigen Stellen Details und Abbildungen, so dass eine zuverlässige Bewertung der Ergebnisse nicht möglich ist. In der vorliegenden Form scheinen die Ergebnisse aber relativ deutlich, werden ausgewogen diskutiert und Versuchsdesign und Methoden sind erfreulich gut. Eine anschließende Vollveröffentlichung wäre wünschenswert.

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Literatur
  1. García M, Monzote L, Montalvo AM, Scull R. Effect of Bixa orellana against Leishmania amazonensis. Forsch Komplementmed 2011;18:351-353 > Abstract
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Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
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