Hilfe gegen Candidose

Naturwirkstoff gegen Hefepilz

Der Hefepilz Candida albicans besiedelt normalerweise Häute und Schleimhäute der Menschen in geringer Anzahl, ohne dabei ein Problem zu sein. Kommt es durch veränderte Umweltbedingungen zu einer starken Vermehrung des Pilzes, spricht man von einer Candidose. Besonders Menschen mit Zahnprothesen sind von dieser Pilzinfektion betroffen.

Die vorliegende Laborstudie untersucht die Wirksamkeit des seltenen Naturstoffes 4-Hydroxycordoin (1), der bisher nur aus der südamerikanischen Pflanze Lonchocarpus guillemineanus (Familie Hülsenfrüchtler) bekannt ist.

Zwar hatte der Wirkstoff in den untersuchten Konzentrationen keinen Einfluss auf das Wachstum der Pilzzellen, tötet diese also nicht ab. Stattdessen wird die Fähigkeit, Schleimhüllen auszubilden hochsignifikant um bis zu 95% verringert und die Fadenbildung konnte sogar komplett verhindert werden. Die Fadenbildung ermöglicht es dem Pilz normalerweise, in das Gewebe einzudringen und sich den Abwehrmechanismen des Wirtes zu entziehen. Ähnlich schützt die Schleimhülle den Pilz vor Anti-Pilz-Mitteln, weil diese den Pilz kaum noch erreichen können.

Diese Schutzfähigkeiten des Pilzes werden laut dieser Studie also ausgehebelt und sollten entweder einer Vermehrung des Pilzes von vorneherein entgegenwirken können oder nach der Vermehrung den Pilz empfänglich für eine wirkungsvolle Anti-Pilz-Therapie machen.

Einschätzung
Die Ergebnisse der Studie sind eindrucksvoll und gut präsentiert. Die Versuchsbeschreibung ist weitgehend ausführlich und verständlich. Leider bleibt ungeklärt, ob die beobachteten Effekte vielleicht allein durch den Alkohol-Anteil der Hydroxycordoin-Ausgangslösung hervorgerufen wurden. Das kann nicht beurteilt werden, weil die Autoren ihre Kontrolllösung nicht beschrieben haben.

Zurück zur Nachrichtenübersicht

 
Literatur
  1. Messier C, Epifano F, Genovese S, Grenier D. Inhibition of Candida albicans biofilm formation and yeast-hyphal transition by 4-hydroxycordoin. Phytomedicine. 2011 Mar 15;18(5):380-3. > Abstract
Mehr zum Thema: Infektionen & Phytotherapie/Pflanzenheilkunde > Mistelextrakt bei chronischer Hepatitis C > Grüner Tee schützt vor Grippe > Lavendelöl hemmt den Pilzbefall > Funkstörung bei Bakterien (Teil 2) > Polyphenole aus dem Granatapfel sind antiviral > Hilft ein Wirkstoff aus Wurmkraut gegen die Chagas-Krankheit? > Dem Herpes keine Chance? > Mariendistel einmal anders > Süßholzextrakt bei chronischer Hepatitis C > Weniger Viren, mehr Lebensqualität > Mit ätherischen Ölen Pilzen zu Leibe gerückt > Hoffnungsträger in punkto Vogel- und Schweinegrippe? > Pflanzen gegen Magengeschwüre? > Hilfe gegen tropische Infektionskrankheit? > Suche nach neuen Grippe-Wirkstoffen > Ungetrübter Sushi-Verzehr? > Wirken Antibiotika besser mit Korianderöl? > Pflanzliche Extrakte gegen tropische Infektionskrankheit? > Sauer macht lustig ...und hilft gegen Malaria > Grüner Tee gegen Hepatitis C > Endlich auf (pilz)freiem Fuß! > Mariendistel bei Hepatitis C > Natürliche Parasitenabwehr > Phytotherapie bei Wurmkrankheit? > Knoblauch statt Antibiotika bei Infektionen von Fischen? > Anis als natürliches Anti-Pilzmittel > Funkstörung bei Bakterien > Neue Erfolge bei Leishmaniose > Pflanzliche Parasitenabwehr > Pilze: Schatzkammer im Kampf gegen Bakterien? > Antibiotische Wirkung von Heilpflanzen > Kampf gegen Krankenhauskeime: Kann Grüner Tee helfen? > Aloe zur natürlichen Wundheilung? > Geranie als Schutz vor AIDS? > Phytotherapie unterstützt Antibiotika > Bienen mögen es gesund > Mit Beerenkraft gegen Erkältungen auf Flugreisen > Pflanzliche Antibiotika bei Infekten & Co
 
Diese Seite
per Email versenden
drucken
share on facebook
 
Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
Telefon
Email
 
© 2011-2014 Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | Am Deimelsberg 36 | 45276 Essen | Telefon: +49 0201 563050 | Telefax: +49 0201 56305 30