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Herzschutz mit Leinöl

Pflanzliche Fettsäuren senken Blutdruck und Blutfette
Bisher galt Seefisch als der Lieferant Nr. 1 für gesundheitsfördernde Fettsäuren. Aber auch pflanzliche Öle wie das Leinöl haben das Potenzial, die (Herz-)Gesundheit zu schützen. Eine aktuelle Studie an der Universität Jena zeigt interessante Ergebnisse.

Lein(samen)öl gilt als besonders ergiebige Quelle für eine Fettsäure, die ähnlich wie die Omega-3-Fettsäuren aus Seefischen zu den gesundheitsfördenden Fettsäuren gehört, nämlich der Alpha-Linolensäure. Bisher wurden die positiven Effekte nur im Rahmen von Laborversuchen am Tier untersucht. Nun hat die Ernährungswissenschaftlerin Melanie Köhler an der Universität Jena eine klinische Studie durchgeführt, für die Sie den Alpro-Foundation Award 2013 erhielt.

Das Anliegen der Wissenschaftler bestand darin, positive Effekte der in Leinöl enthaltenen Alpha-Linolensäure auf herzspezifische Risikofaktoren wie Bluthochdruck und erhöhte Blutfette bei Patienten im Vorstadium des metabolischen Syndroms aufzuzeigen. Außerdem ging es den Forschern darum, eine alternative pflanzliche Omega-3-Fettsäure-Quelle zu finden, die vergleichbare Potenziale wie die seefischspezifischen Fettsäuren aufweist. Hintergrund sei – so die Wissenschaftler – auch die Tatsache leergefischter Meere. Fisch aus Aquakulturen dient zudem nicht besonders gut als Fettsäurenlieferant, da er bedeutend weniger Fettsäuren enthält als Fisch aus Wildfang. Desweiteren würden nun auch Vegetarier von den gesundheitsschützenden Effekten des Leinöls als pflanzliche Quelle profitieren.

Im Rahmen der Studie nahmen die Patienten (neun Männer und zehn Frauen) über einen Zeitraum von acht Wochen täglich zwei Esslöffel Leinöl zu sich. Der Verzehr von Fisch war ihnen über diesen Zeitraum strengstens untersagt. Im Vergleich zum Beginn der Studie ließen sich nach acht Wochen ungefähr doppelt so viele Omega-3-Fettsäuren im Blut der Probanden nachweisen. Zudem konnten sowohl die Blutdruckwerte als auch die Blutfette gesenkt werden. Die genauen Werte sind der Pressemitteilung leider nicht zu entnehmen.

Einschätzung:
Noch steckt die Leinöl-Forschung in den Kinderschuhen, aber die vorliegenden Ergebnisse der Jenaer Forschungsarbeit könnten die Grundlage für weitere Humanstudien mit einer größeren Probandenzahl und einem kontrollierten Design bilden. Leider wurde die Arbeit noch nicht veröffentlicht, was die berichteten Ergebnisse aktuell nicht nachvollziehbar macht.

Hinweis:
Wer Leinöl in seine tägliche Ernährung integrieren möchte, sollte beachten, dass Leinöl schnell oxidiert und damit ungenießbar wird. Deswegen sollte es möglichst dunkel und kühl gelagert werden und sollte schnell aufgebraucht werden.

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Literatur
  1. Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Humanstudie: M. Köhler, Verbesserung des n-3-Status durch die Supplementation von Alpha-Linolensäure und Auswirkungen auf kardiovaskuläre Risikomarker bei Probanden mit prä-metabolischem Syndrom > Abstract
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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