Herausragende Studie zur Misteltherapie

Am 9. Juni 2016 wurde Dr. Wilfried Tröger für seine Studie zur Wirksamkeit der Misteltherapie von Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom ausgezeichnet. Die Karlsbader Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung vergab bereits zum 10. Mal den bedeutendsten Forschungspreis in der Komplementärmedizin in Deutschland.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine besonders aggressive Krebserkrankung, die sehr früh Tochtergeschwüre (Metastasen) bildet und oft erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. Die Überlebenszeit beträgt meist nur noch wenige Wochen bis einige Monate. Insbesondere wenn die körperliche Verfassung schlecht ist oder die Standardtherapie versagt, bleiben nicht viele Behandlungsmöglichkeiten. Aktuelle Studien für die Zweitlinientherapie weisen zwar Erfolge auf, aber zahlreiche der Medikamente beeinträchtigen durch starke Nebenwirkungen die Lebensqualität erheblich. So bleibt meist nur eine unterstützende Behandlung, um den Krankheitsverlauf zu mildern und die Lebensqualität der Erkrankten zu verbessern. Eine erfolgversprechende Erweiterung der Behandlungsmöglichkeiten bietet die Misteltherapie, deren Verträglichkeit und Wirkung schon durch mehrere Studien belegt werden konnte.

Dr. Wilfried Tröger zeigt mit seiner Arbeit auf hohem methodologischem Niveau, dass ein Medikament der Komplementärmedizin, der anthroposophischen Medizin bei einer so schwerwiegenden Krebserkrankung wirksam ist. Im Rahmen der Studie konnte bestätigt werden, dass gegenüber der Kontrollgruppe unter Mistelbehandlung die mediane Überlebenszeit fast verdoppelt  und gleichzeitig die Lebensqualität erhöht wurde. Besonders Schmerzen, Fatigue, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust konnten durch die Misteltherapie signifikant gelindert werden.  Die Misteltherapie wurde zudem von allen Patienten gut vertragen. Die Misteltherapie könnte daher die erwünschte nicht-toxische, aber wirksame Therapie für Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom sein, die sonst keine Alternative mehr haben oder wollen.


Zur Preisverleihung gratulierten Jens Timm (Bürgermeister von Karlsbad), Ragnar Watteroth und Bernd Künzler (Stiftungsvorstände) dem Preisträger Dr. Wilfried Tröger (v.l.n.r.)  (Foto: Heike Schiller)

Die Wissenschaftlerin Dr. Kienle betonte in ihrer Laudatio vor allem die hohe Qualität der Studie: „Allen Schmährufen und Kritikern zum Trotz wurde von britischen Methodologen 2015 in der renommierten Wissenschaftszeitschrift PloS one ein Artikel publiziert, der die eingereichte Studie als beispielhaft für methodische Exzellenz heraushob.“ Und sie dankte Dr. Tröger für seine Zielstrebigkeit und den Willen, wirklich gute Forschung zu machen. „Er hat es ermöglicht, dass die Misteltherapie auf einem neuen Niveau der Forschung angelangt ist, von wo aus sie jetzt eine Reihe interessantester Studien starten kann, in führenden Krankenhäusern der Welt. Und endlich auch mit öffentlichen Geldern.“

Der Holzschuh-Preis für Komplementärmedizin – einer der wichtigsten Preise zur Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Naturheilverfahren. Der Preis wird von der Karl und Hilde Holzschuh-Stiftung jährlich in Zusammenarbeit mit der Hufelandgesellschaft ausgeschrieben. Die Hufelandgesellschaft als Dachverband der Ärztegesellschaften für Komplementärmedizin berät die Stiftung aus fachlich-medizinischer Sicht.
 
Literatur
  1. Tröger et al: Viscum album [L.] extract therapy in patients with locally advanced or metastatic pancreatic cancer: A randomised clinical trial on overall survival. European Journal of Cancer (2013) 49, 3788-3797
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Martina Rinkens, M.A.
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