Geburtshilfe mit Hypnose?

Studie liefert keine Hinweise auf eine Schmerzreduktion

Rund 6% der Föten liegen in der 37. Schwangerschaftswoche verkehrt herum im Mutterleib (Beckenendlage). Bei den betroffenen Frauen wird entweder ein Kaiserschnitt oder, weitaus seltener, eine sogenannte Beckenendlagengeburt durchgeführt, die allerdings ein höheres Riskio für das Kind birgt. Eine weitere Alternative stellt der Versuch da, die Lage des Kindes in der Gebärmutter manuell von außen durch die Bauchdecke zu verändern. Diese sogenannte "Äußere Wendung" wird von den meisten Frauen als schmerzvoll empfunden und eine neue Studie hat untersucht, ob diese Schmerzen mittels Hypnose gelindert werden können (1).

63 Frauen wurden vor der "Äußeren Wendung" hypnotisiert. Innerhalb von zwei Stunden nach der Intervention bewerteten die Patientinnen die erfahrenen Schmerzen anhand einer Skala. Zum Vergleich wurde eine Gruppe von 122 Frauen aus einer früheren Studie herangezogen, die nicht hypnotisiert worden waren und ebenfalls den Schmerz anhand derselben Skala bewertet hatten.

Die berichtete Schmerzintensität war in der Hypnosegruppe und in der Kontrollgruppe nahezu gleich. Allerdings hatten in 72% der Fälle die Ärzte den Eindruck, dass die Hypnose die Wendung erleichterte. Erfolgreich war die Wendung in der Kontrollgruppe in 38% der Fälle gegenüber 30% in der Hypnosegruppe (Unterschied nicht signifikant).


Einschätzung:
Es werden keine Hinweise dafür gefunden, dass eine Hypnose den Schmerz verringert oder die Erfolgsaussichten einer "Äußeren Wendung" erhöht. Die Autoren diskutieren noch die offensichtlichen Schwächen des Studiendesigns, wobei sie dabei nicht in die Tiefe gehen.

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Literatur
  1. Guittier MJ, Guillemin F, Farinelli EB, Irion O, Boulvain M, de Tejada BM. Hypnosis for the control of pain associated with external cephalic version: a comparative study. J Altern Complement Med. 2013 Oct;19(10):820-5. > Abstract
 
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Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
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