Bild fehlt:/media/banner/543x183_schreibtisch_yoga.jpg

Ganz entspannt am Schreibtisch

Weniger Stress auf der Arbeit durch Yoga und Meditation
Die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden, ist laut einer 2006 erschienenen Meta-Analyse bei Arbeitnehmern mit chronischem psychologischen Stress um die Hälfte erhöht. Zahlreiche Studien belegen, dass Yoga und/oder Meditationsübungen negativen Stress sowie stressbedingten Symptomen wie Bluthochdruck und erhöhter Herz- und Atemfrequenz entgegen wirken können.

Australische Wissenschaftler verglichen in einer randomisierten Crossover-Studie die Effekte von 15-minütigen, schreibtischstuhlbasierten Yoga- oder Meditationsübungen auf psychologische und physiologische Stressmarker. In der Kontrollgruppe wurde einfach wie bisher weitergearbeitet. Jeder der 20 Teilnehmer führte in 24-stündigen Abständen jeweils jede Maßnahme einmalig aus bzw. arbeitete als Teilnehmer in der Kontrollgruppe einfach weiter. Die Probanden verfügten über keinerlei Erfahrungen mit den praktizierten Techniken. Einen Tag vor der Interventionsphase erhielten die Teilnehmer eine Einführung in die Praktiken.

Im direkten Vergleich erwiesen sich die Yoga- und die Meditationsübungen in den meisten Parametern (subjektiv wahrgenommener Stress, Atemfrequenz) als gleichermaßen effektiv in der Stressbewältigung. Hinsichtlich einer Reduktion des systolischen sowie diastolischen Blutdrucks erwiesen sich jedoch die Meditationsübungen als überlegen. Bei den Probanden, die sich weiter ihrer Arbeit widmeten, waren diese Effekte nicht zu beobachten.

Einschätzung
Der Trend, Entspannungspausen in den Arbeitstag einzubauen, um mit Hilfe von Qi Gong, Tai Chi, oder geführten Meditationen zur inneren Mitte zurückkehren zu können, ist seit einiger Zeit zu beobachten. Bisher existieren jedoch nur wenige Studien zu dieser Entwicklung. Die vorliegende konnte zumindest in kleinem Rahmen und mit wenigen eingeschlossenen Probanden eine erste Tendenz aufzeigen.

Unklar bleibt jedoch, ob die gemessenen gesunkenen Werte hinsichtlich der Atemfrequenz nach den Yoga- bzw. Meditationsübungen nicht eher auf Behandlungseffekte zurückzuführen sind. Zudem könnte die Atemfrequenz für den Entspannungserfolg eine so große Rolle spielen, dass es letztendlich völlig gleichgültig ist, welche Entspannungsmethode man nun wählt.

Ob spezielle Atemübungen vergleichbare Entspannungseffekte wie Yoga, Meditation oder andere Entspannungsverfahren aufweisen – so betonen auch die Wissenschaftler – muss in zukünftigen Studien noch untersucht werden.

Zurück zur Nachrichtenübersicht
 
Literatur
  1. Melville GW, Chang D, Colagiuri B, Marshall PW, Cheema BS. Fifteen minutes of chair-based yoga postures or guided meditation performed in the office can elicit a relaxation response. Evid Based Complement Altern Med 2012; 501986. Epub 2012 Jan 16 > Abstract
 
Diese Seite
per Email versenden
drucken
share on facebook
 
Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
Telefon
Email
Wer heute gesund bleiben will, der muss lernen, mit Stressreizen umzugehen. Der Ratgeber enthält theoretische Informationen zum Phänomen „Stress“ sowie konkrete Vorschläge zum Umgang mit täglichen Belastungen. [mehr]
 
© 2011-2014 Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | Am Deimelsberg 36 | 45276 Essen | Telefon: +49 0201 563050 | Telefax: +49 0201 56305 30