Eurythmie gegen Erschöpfung?

Studie zeigt positive Wirkung der anthroposophischen Therapie

Erschöpfung kann nicht nur ein Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen sein, sondern auch eine selbstständige Krankheit darstellen. Therapien aus der Mind-Body-Medizin werden als vielversprechende Ansätze zur Therapie des chronischen Erschöpfungs-Syndrom angesehen.
Eine neue Studie untersucht, ob Eurythmie einen positiven Einfluss auf Erschöpfungssymptome hat (1).

In die Studie wurden 90, mäßig gestresste Teilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 43 Jahren eingeschlossen, von denen 68 mit acht bis zehn Stunden pro Woche an einem Eurythmie-Kurs teilnahmen. Die übrigen 22 Studienteilnehmer erfuhren keine extra Beschäftigung (Kontrollgruppe). Die Kursdauer betrug sechs Wochen. Über einen Fragebogen bewerteten die Patienten den Erfolg des Kurses hinsichtlich ihres allgemeinen Erschöpfungszustandes.

Die Kursteilnehmer zeigten nach dem Kurs eine statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserung bezüglich ihrer Erschöpfungssymptomatik und ihrer allgemeinen Motivation. Im Gegensatz dazu verschlechterte sich die Einschätzung bei den Studienteilnehmern in der Kontrollgruppe.

Die eurythmische Therapie fand allgemein einen guten Anklang bei den Studienteilnehmern.


Einschätzung
Die Studie belegt deutlich eine verringerte Erschöpfung und eine gesteigerte Motivation bei den Teilnehmern des Eurythmie-Kurses. Auf Grund des Studiendesigns ist es aber nicht möglich zu unterscheiden, ob es sich um spezifische Effekte der eurythmischen Bewegungen handelt oder die körperliche Bewegung an sich ausschlaggebend war. Somit kann lediglich die allgemeine Erkenntnis untermauert werden, dass Sport und Bewegung stressabbauend wirken und dem Menschen gut tun.

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Literatur
  1. Jenny Lena Kanitz, Kim Pretzer, Marcus Reif, Katharina Witt, Sina Reulecke, Andreas Voss, Alfred Längler, Günter Henze, Georg Seifert. The impact of eurythmy therapy on fatigue in healthy adults—A controlled trial. European Journal of Integrative Medicine, Volume 4, Issue 3, September 2012, Pages e289-e297 > Abstract
 
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Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
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