Eine Frucht gegen Neurodermitis?

Die Früchte des Seidenraupenbaums (Cudrania tricuspidata) ähneln im reifen Zustand Himbeeren. In Südkorea werden sie traditionell bei Lungenentzündungen oder Infekten verabreicht. Vor dort kommen jetzt neue Erkenntnisse, die die Neurodermitis als potenzielles Anwendungsgebiet in den Fokus des Interesses rücken.

Die Forscher verwendeten wässrige Extrakte der Frucht und setzten sie in Tierversuchen ein. Insgesamt 20 Mäuse wurden zunächst geschoren und dann an einigen Hautstellen geschädigt, die schließlich für 7 Wochen mit allergieauslösenden Hausstaubmilben (D. farinae) bestrichen wurden. Jeweils 5 Tiere wurden dann zusätzlich mit Wasser, Hausstaubmilben, Prednisolon (ein nachgewiesenermaßen wirksames Kortikoid gegen Neurodermitis) oder Cudrania tricuspidata gefüttert.

Wie erwartet verschlechterten sich die Mäuse der Hausstaubmilbengruppe zusehends. Gleiches galt zunächst für die Prednisolongruppe, bei der erst nach sieben-, aber noch nicht nach vierwöchiger Behandlung ein Effekt zu erkennen war. In der Cudraniagruppe zeigten sich erste Besserungen dagegen schon nach vier Wochen, nach sieben Wochen waren die Hautbefunde noch einmal deutlich besser als unter Prednisolon.

Einschätzung
Von Tierversuchen auf eine klinische Wirksamkeit schließen zu wollen, wäre natürlich vermessen. Genauso vermessen wie zu behaupten, Cudraniaextrakte seien sogar Prednisolon überlegen. Das galt zwar für den Hautbefund, nicht aber für verschiedene Entzündungsparameter wie Interleukin-4, IgE oder Histamin. Dennoch scheinen die koreanischen Forscher ein Medikament gefunden zu haben, das es wert ist, intensiv weiter beforscht zu werden.

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Literatur
  1. Lee H, Ha G, Lee JK, Seo CS, Lee NH, Jung DY, Park SH, Shin HK. The Fruits of Cudrania tricuspidata Suppress Development of Atopic Dermatitis in NC/Nga Mice. Phytother Res 2011. DOI: 10.1002/ptr.3577 > Abstract
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Rainer Lüdtke
Dipl.-Stat. Rainer Lüdtke
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