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Ein Kapitel täglich für die Gesundheit

Leseratten erfreuen sich eines längeren Lebens
Die Tatsache, dass der Lebensstil einen entscheidenden Faktor in der Prävention von Krankheiten darstellt, ist sicher nicht neu. Dass aber auch regelmäßiges Lesen zur Gesunderhaltung beiträgt, wurde bisher noch nicht im Rahmen größerer Studien untersucht.
 

Wissenschaftler nahmen sich nun dieser Fragestellung an und befragten im Rahmen einer Langzeitstudie (Health and Retirement Study) insgesamt 3635 Senioren ab 50 Jahren zu ihren Lesegewohnheiten. [1] Die Nachbeobachtungszeit betrug im Mittel 9,5 Jahre, bei den älteren Teilnehmern bis zu zwölf Jahre. Die Bücherliebhaber in der untersuchten Kohorte bestanden überwiegend aus Frauen, verfügten über eine gute Ausbildung und waren finanziell bessergestellt.
Mittels eines kognitiven Tests wurde die kognitive Aktivität der Studienteilnehmer gemessen.

Die Bücherleser hatten hinsichtlich der Teilnehmer, die keine Bücher lasen, einen klaren Vorteil: 33 Prozent der Büchermuffel starben während der Nachbeobachtungsphase, bei den Bücherwürmern waren es nur 27 Prozent.  Je mehr Zeit die Teilnehmer mit dem Lesen von Büchern verbrachten, umso höher war ihr Überlebensvorteil. Ein Drittel der häufigen Bücherleser wiesen ein um 20 % verringertes Sterberisiko auf. Dieser Effekt konnte nur für die Leser von Büchern festgestellt werden, war jedoch nicht mit dem Lesen von Zeitschriften assoziiert. Die Wissenschaftler vermuten, dass beim Bücherlesen mehr als beim Konsum von Zeitschriften kognitive Prozesse angestoßen werden, die die Entwicklung emotionaler Intelligenz, empathischer Denkweisen und sozialer Wahrnehmung fördern. Dabei ist es schon ausreichend, ein Kapitel, also etwa eine halbe Stunde am Tag in einem Buch zu lesen.

Einschätzung
Das Fazit dieser Studie lautet ganz klar: Bücher lesen wirkt lebensverlängernd. Aber ob das Lesen von belletristischen oder Sachbüchern für den präventiven Effekt auf die Gesundheit eine Rolle spielt, wurde in dieser Studie nicht explizit untersucht. Die Wissenschaftler nehmen jedoch an, dass basierend auf einer Untersuchung, die herausfand, dass 87% aller Buchleser fiktionale Literatur lesen, die meisten der Studienteilnehmer eher zu Romanen und ähnlichen fiktionalen Werken griffen.
Weiterführende Forschung auf diesem Gebiet könnte sich laut Meinung der Autoren mit der Frage beschäftigen, ob es für die Langlebigkeit ausschlaggebend ist, ob man Druckwerke, elektronische oder Audio-Bücher konsumiert, und ob es einen Unterschied ausmacht, welches Genre (Krimi, Liebesroman etc.) gelesen wird.
 
Literatur
  1. Bavishi A, Slade MD, Levy BR. A chapter a day: association of book reading with longevity. Soc Sci Med 2016; 164: 44-48 > Abstract
 
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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