Bild fehlt:/media/banner/543x183_walking.jpg

Dem Stress davonlaufen

Achtsames Walking für die Psyche
80% der deutschen Bevölkerung fühlt sich regelmäßig gestresst, 30% sogar die meiste Zeit über (1). Als ein mögliches Mittel zur Stressreduktion gilt körperliche Betätigung. In der Mind-Body-Medizin hat sich außerdem das Trainieren von Achtsamkeit bewährt – der Fähigkeit, sich wertungsfrei ganz auf den Moment zu konzentrieren und sich nicht von (sorgenvollen) Gedanken ablenken zu lassen. Die vorliegende Studie (2) prüft, ob eine Kombination beider Ansätze chronisch Gestressten helfen kann.

Insgesamt 74 Probanden, die unter stark empfundenem Stress litten, wurden eingeschlossen. 36 Probanden (32 Frauen, Durchschnittsalter 52 Jahre) bildeten die Interventionsgruppe. Sie absolvierten zweimal wöchentlich eine Trainingseinheit, bestehend aus 40min. Walking, 10min. achtsamem Walking und 10min. Gruppendiskussion. Die Kontrollgruppe wurde von den anderen 38 Probanden (35 Frauen, Durchschnittsalter 50 Jahre) gebildet und erhielt keine Intervention. Zu Beginn der Studie, nach vier Wochen und nach zwölf Wochen wurden die Teilnehmer nach Ihrem Stressempfinden befragt.

Nach vier Wochen war der sogenannte Cohen’s Perceived Stress Scale (CPSS, Fragebogen zur Erfassung des erlebten Stressniveaus) in der Interventionsgruppe um 8,8 Punkte gefallen (Mittelgesamtwert 24,2), in der Kontrollgruppe lediglich um 1,0 (Mittelgesamtwert 32,0). Dieser Unterschied blieb auch nach zwölf Wochen weiterhin signifikant. Ebenso erzielte die Interventionsgruppe im Short Form 36 (SF-36, einem Fragebogen zur Erfassung der Lebensqualität) deutlich bessere Ergebnisse, als die Kontrollgruppe. Die so erfasste Lebensqualität hatte sich im Vergleich zum Studienbeginn nach vier Wochen um 9,1 (Walking-Gruppe) bzw. 1,1 Punkte (Kontrollgruppe) gesteigert.

Einschätzung:
Das Studiendesign macht es leider unmöglich zu entscheiden, auf welche Bestandteile der Intervention (Walking, achtsames Walking, Gruppendiskussion) die positiven Effekte zurückzuführen sind. Eine weitere Limitation ist die geringe Beteiligung von männlichen Probanden. Zukünftige Untersuchungen sollten außerdem der Interventionsgruppe eine aktive Kontrollgruppe, die bewährte konventionelle Interventionen erhält, gegenüberstellen.

Zurück zur Nachrichtenübersicht
 
Literatur
  1. Frankfurter Allgemeine Zeitung und Techniker Krankenkasse: Erhebung zur Stressbelastung in der Deutschen Bevölkerung 2009. F.A.Z. Institut für Management-, Markt- und Medieninformation GmbH, Techniker Krankenkasse, Frankfurt am Main, Hamburg, 2009. > Abstract
  2. M. Teut, E. J. Roesner, M. Ortiz, F. Reese, S. Binting, S. Roll, H. F. Fischer, A. Michalsen, S. N. Willich, B. Brinkhaus. Mindful Walking in Psychologically Distressed Individuals: A Randomized Controlled Trial. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine Volume 2013 (2013), Article ID 489856 > Abstract
 
Diese Seite
per Email versenden
drucken
share on facebook
 
Michèl Gehrke, M.A.
Michèl Gehrke, M.A.
Pressesprecher
Telefon
Email
Wer heute gesund bleiben will, der muss lernen, mit Stressreizen umzugehen. Der Ratgeber enthält theoretische Informationen zum Phänomen „Stress“ sowie konkrete Vorschläge zum Umgang mit täglichen Belastungen. [mehr]
 
© 2011-2014 Karl und Veronica Carstens-Stiftung | Im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft | Am Deimelsberg 36 | 45276 Essen | Telefon: +49 0201 563050 | Telefax: +49 0201 56305 30