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03.12.2012

CAMbrella

Ergebnisse aus drei Jahren europaweiter CAM-Forschung
Wie sieht der Status quo zur Forschung und Versorgung mit Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) in Europa aus? Diese Frage zu beantworten hatten sich die Mitwirkenden an „CAMbrella – The Roadmap for European CAM Research“ zur Aufgabe gemacht, um so die Grundlage für weitere Aktivitäten zu schaffen.

An dem internationalen Projekt waren 16 Forschungseinrichtungen aus 12 europäischen Ländern für insgesamt drei Jahre (2010 - 2012) beteiligt. Finanziert wurde es von der Europäischen Kommission im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms (7. FRP).

Eine Schwierigkeit, die es zu bewältigen galt: CAM-Angebote sind in den verschiedenen europäischen Ländern für die Versorgung unterschiedlich wichtig und dementsprechend stärker oder weniger stark etabliert. Daher mussten zunächst die unterschiedlichen Namen und Definitionen von Anwendungen gesammelt und miteinander verglichen werden, aber auch rechtliche Fragen, zum Beispiel nach dem Abrechnungsstatus erfasst werden. Schließlich galt es herauszufinden, welche Ansprüche die Bürger in den verschiedenen Ländern überhaupt stellen und welche Berufsgruppen CAM-Leistungen tatsächlich in welchem Umfang anbieten.

Ergebnisse
Ende November wurden die Ergebnisse nun in Brüssel vorgestellt. Laut der Erhebungen der CAMbrella-Forschungsgruppe setzt etwa jeder zweite EU-Bürger auf CAM. In Europa haben mehr als 150.000 Ärzte eine entsprechende Zusatzausbildung und mehr als 180.000 nicht-ärztliche Therapeuten bieten CAM-Leistungen an. Das bedeutet, dass auf 100.000 Einwohner etwa 65 CAM-Praktizierende kommen. Zum Vergleich: Insgesamt gesehen kommen auf 100.000 Einwohner europaweit 95 Ärzte. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und damit auch die Struktur der Versorgung weichen in den 39 europäischen Ländern jedoch stark voneinander ab.

Ergebnisberichte einsehen
Das Gesamtprojekt CAMbrella wurde zur Klärung spezifischer Unterfragen in 8 Teilbereiche, sog. „Work Projects“ aufgeteilt. Eine Sonderausgabe der „Forschenden Komplementärmedizin“ (Vol. 19 / Suppl. 2 / 2012) enthält die jeweiligen Ergebnis-Kurzberichte.

Die vollständigen Berichte werden bis April 2013 sukzessive online und frei zugänglich veröffentlicht. Unter www.cambrella.eu können Interessenten sich registrieren, um eine Benachrichtigung zu erhalten, sobald neue Berichte verfügbar sind.

Zukunftsaussichten
Die Forschung zu CAM werde laut CAMbrella auf ganz Europa gesehen stark vernachlässig, vor allem auch im Hinblick auf die drohenden Probleme im Gesundheitssystem. CAM könnte ein Teil der Lösung dieser Probleme sein, müsste dann jedoch im Hinblick auf die Sicherheit und Effektivität der Anwendungen weiterführend untersucht werden. Die flächendeckende Erfassung der Prävalenz von CAM-Methoden und der Bedürfnisse der Bürger, der Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur zur Forschung und schließlich die Integration von CAM in das Gesundheitssystem sind wesentliche Ziele für die Zukunft.

Ein zentrales CAM-Büro soll, möglichst in Brüssel, eingerichtet werden. Die CAMbrella-Gruppe fordert außerdem von der EU, europäische CAM-Forschungsprogramme und -initiativen einzurichten.
 
 
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