18.06.2015

Bundeskabinett beschließt DART 2020

Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie
Das Bundeskabinett hat vor Kurzem die "DART 2020" beschlossen. (1) Dabei handelt es sich um die "Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie", einem gemeinsamen Projekt des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Ziel ist es, Antibiotika-Resistenzen in Deutschland zu erkennen, zu verhüten und besser zu bekämpfen. Erste Konzepte wurden bereits 2008 vorgelegt, 2011 folgte im Rahmen des Projektes eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes, 2013 des Arzneimittelgesetzes. Nun sollen die begonnenen Anstrengungen fortgesetzt und verstärkt werden.

Hintergrund
Fehler bei Haltung, Fütterung und Betreuung von Nutztieren kann zu deren Erkrankung führen. Diese Erkrankungen sollten als Hinweis auf eine überforderte Anpassungsfähigkeit der Tiere gedeutet werden, die den gestellten Leistungsanforderungen nicht mehr gewachsen sind. Stattdessen wird noch immer viel zu häufig versucht, dieses Defizit durch den verstärkten oder sogar prophylaktischen Einsatz von Antibiotika zu kaschieren. (2) Die Folge: Die Bakterien passen sich an die Wirkstoffe an, können resistent werden und wirken im schlimmsten Fall nicht mehr. Da Tiere und Menschen oft von demselben Krankheitserreger infiziert und mit denselben Antibiotika behandelt werden, weitet sich das Problem aus. Verstärkt wird es noch dadurch, dass auch in der Humanmedizin viel zu häufig Antibiotika eingesetzt werden, obwohl sie gar nicht indiziert sind (3, 4, 5).

Statement des Gesundheitsministers
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erklärt: "Wenn Antibiotika nicht mehr wirken, drohen die Behandlungsmöglichkeiten in ein Vor-Penicillin-Zeitalter zurückzufallen, mit dramatischen Konsequenzen. Krankheiten, die heute gut heilbar sind, wie etwa eine Blasenentzündung oder auch eine entzündete Operationswunde, können dann zu schweren Gesundheitsschäden führen. [...] Nötig sind klare Regeln für den Einsatz von Antibiotika in der Medizin und in der Tierhaltung, aber auch die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapiemethoden und Tests zur Schnelldiagnostik muss vorangetrieben werden."

Potenzial der Komplementärmedizin
Die Carstens-Stiftung hat den Zusammenhang zwischen Antibiotika in der Nutztierhaltung und möglicher Resistenzbildung beim Menschen bereits früh erkannt und mit ihren Projekten zur Homöopathie in der Veterinärmedizin (6) einen Teil einer Lösungsmöglichkeit aufgezeigt.
 
Literatur
  1. Weltweiten Anstieg von Antibiotika-Resistenzen wirksam bekämpfen. Bundeskabinett beschließt Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020). Pressemitteilung des BMG vom 13.05.2015 > Abstract
  2. Bekommen Nutztiere zu viele Antibiotika? > Abstract
  3. Zu viele Antibiotika für Kinder > Abstract
  4. Immer noch zu viele Antibiotika > Abstract
  5. Achtung Antibiotika: Nicht vorschnell einnehmen > Abstract
  6. Homöopathie in der Veterinärmedizin > Abstract
 
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Michèl Gehrke, M.A.
Michèl Gehrke, M.A.
Pressesprecher
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Für den Leitfaden hat Dr. med. vet. Achim Schütte den Erfahrungsschatz aus rund 50 Betrieben ausgewertet, die Homöopathie erfolgreich in der Tiermast einsetzten. Mit theoretischem Grundlagen- und Praxisteil. [mehr]
 
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