Omega-3 Fettsäuren: speziell aufbereitet am Besten?

Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen
Omega-3 Fettsäuren haben die Eigenschaft, die Gesamtkonzentration von Triglyzeriden im Blut („Blutfette“) zu senken, was wiederum das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses verringert und die Lebenserwartung bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen erhöht.

Kürzlich wurde herausgefunden, dass die chemische Form, in der die Omega-3 Fettsäuren dem Körper angeboten werden, einen Einfluss darauf hat, wie gut sie vom Körper aufgenommen werden. Die Autoren haben nun diese Studie weiter ausgewertet und geprüft, ob die verbesserte Aufnahme von speziell aufbereiteten Omega-3 Fettsäuren einen Effekt auf die Blutfettwerte hat (1).

In diesem Versuch bekamen 150 Patienten mit erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipidämie – Erhöhung von Cholesterin, Triglyzeriden und LDL Lipoproteinen) entweder Placebokapseln oder Omega-3 Fettsäuren in der
a) aufbereiteten Form (= sehr gute Aufnahme durch den Körper) oder
b) in der Fettsäureethylester-Form (gute Aufnahme durch den Körper) zufällig und verblindet verabreicht.

Zu Beginn und nach drei bzw. sechs Monaten wurden die Blutfettwerte untersucht. Auch wenn die Cholesterin- und LDL-Werte unbeeinflusst blieben, zeichnete sich im Vergleich zur Placebokontrolle ein signifikanter Unterschied bei den Blutkonzentrationen der Triglyzeride ab. Die Einnahme von Omega-3 Fettsäuren (Gruppen a und b) führte zu einer Verringerung der Triglyzeride im Blut. Die Verringerung war allerdings nur bei den aufbereiteten Kapseln (Gruppe a) statistisch signifikant im Vergleich zur Placebogruppe und war nur klein im Vergleich zur Standardabweichung.

Einschätzung
Diese Veröffentlichung stellt den mutmaßlichen klinischen Nutzen heraus, der anhand der Vorgängerstudie nur vermutet werden konnte, verschweigt aber auch nicht die studieneigenen Schwächen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Art der Aufbereitung der Omega-3 Fettsäuren einen Einfluss auf die Aufnahme in den Körper hat. Durch eine spezielle Aufbereitung konnten die „schädlichen“ Fette im Blut stärker verringert werden, was möglicherweise eine höhere Lebenserwartung für Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen zur Folge haben könnte.

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Literatur
  1. Schuchardt JP, Neubronner J, Kressel G, Merkel M, von Schacky C, Hahn A (2011): Moderate doses of EPA and DHA from re-esterified triacylglycerols but not from ethyl-esters lower fasting serum triacylglycerols in statin-treated dyslipidemic subjects: Results from a six month randomized controlled trial, Prostaglandins Leukot Essent Fatty Acids. 85, S. 381-386 > Abstract
 
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Dr. Jürgen Clausen
Fachbereich Wissenschaftliche Recherche und Forschung
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