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Auf dem Prüfstand: Kurkuma bei Arthritis

Ebenso wirksam wie Diclofenac, aber verträglicher
Der im Kurkuma (auch: Gelbwurz) enthaltene bioaktive sekundäre Pflanzenstoff Curcumin hat sich bereits in der Vergangenheit im Rahmen intensiver Forschungsbemühungen als entzündungshemmend und antioxidativ wirksam erwiesen. Ein potenzielles Einsatzgebiet für den Extrakt aus der Wurzel der indischen Gewürzpflanze stellen entzündliche rheumatische Erkrankungen wie z.B. die chronische Arthritis dar, deren Verlauf durch wiederkehrende Entzündungen der Gelenke geprägt ist.
 
Im Rahmen einer Meta-Analyse wurde nun die wissenschaftliche Plausibilität des Einsatzes von Curcumin zur Linderung der Symptome bei Arthritis untersucht. [1] Unter dem Strich blieben den Wissenschaftlern nach Selektion acht Studien, die den festgelegten Einschlusskriterien entsprachen, für die Auswertung zur Verfügung. In der Regel wurde der (standardisierte) Kurkuma-Extrakt in allen analysierten Studien in einer Dosis von 1000 mg pro Tag über einen Zeitraum von acht bis zu zwölf Wochen eingenommen. Der Hauptzielparameter in allen Studien bestand in der Messung des Schmerzgrads, weitere Zielvorgaben umfassten andere Arthritis-spezifische Symptome wie Entzündungsgeschehen, Steifigkeit, Schwellungsgrad und Beweglichkeit der Gelenke. Im Wesentlichen erfolgte die Messung der Schmerzintensität in allen ausgewerteten Studien konsistent, d.h. unter Verwendung des WOMAC-Fragebogens (Western Ontario & McMaster Universities Osteoarthritis Index) sowie einer visuellen Analogskala zur Messung des subjektiv empfundenen Schmerzes.
 
Die Auswertung ergab, dass Curcumin vor allem in der Reduzierung des Arthritis-Schmerzes und der entzündungsspezifischen Symptome ebenso gute Ergebnisse erzielt wie standardmäßig verabreichte Schmerzmittel und Entzündungshemmer wie Ibuprofen und Diclofenac. Im Vergleich mit diesen ist der Kurkuma-Extrakt jedoch mit wesentlich weniger Nebenwirkungen verbunden.

Einschätzung:
Curcumin kann bei Arthritis helfen, aber für eine Empfehlung reicht die Datenlage laut Aussage der Wissenschaftler dann doch nicht, denn dazu wären größere, qualitativ hochwertigere Studien erforderlich. Mit ihrer Auswertung liefern die koreanischen Wissenschaftler zumindest eine plausible Grundlage für weiterführende Forschung auf diesem Gebiet. Gegen eine begleitende Einnahme von Curcumin in standardisierter Form ist dennoch in Anbetracht der Tatsache, konventionelle Schmerzmittel einzusparen und damit auch Nebenwirkungen zu reduzieren, nichts einzuwenden.


 
Literatur
  1. Daily JW et al. Efficacy of turmeric extracts and curcumin for alleviating the symptoms of joint arthritis: a systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials. J Med Food 2016; 19: 717-729 > Abstract
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Daniela Hacke, M.A.
Fachbereich Informationsbeschaffung und Wissensmanagement
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