Johanniskraut: Gut bei Depressionen, unwirksam beim Reizdarmsyndrom

Johanniskraut und Depressionen - dieses Paar dürfte mittlerweile jedem ein Begriff sein, zumal die Wirksamkeit von Johanniskraut in diesem Kontext schon hinreichend untersucht worden ist. Nun haben US-amerikanische Wissenschaftler aus einer gewissen Logik heraus erstmals eine Studie durchgeführt, die Johanniskraut in einem anderen Zusammenhang auf die Probe stellt.

Ausgehend von der in Studien nachgewiesenen Tatsache, dass Johanniskraut den Serotoninspiegel im Gehirn beeinflusst, versuchten die Forscher im Rahmen einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie (1), ähnliche Effekte auf den Serotonin-Level im Magen-Darm-Trakt, der 95% des körpereigenen Serotonin-Gehalts ausmacht, nachzuweisen.

Die 35 Probanden mit Reizdarmsyndrom, die wie die Placebogruppe auch 12 Wochen lang 2 mal täglich 450 mg Johanniskraut-Extrakt einnahmen, profitierten wider Erwarten nicht von der Medikation, während die Placebo-Gruppe sogar deutlich besser abschnitt, was den Bowel Symptom Score (BSS) betrifft.

Einschätzung
Einer der Ursachen für den fehlenden Effekt der Johanniskraut-Therapie könnte die viel zu niedrige Dosierung sein. In den bekannten Studien mit Johanniskraut im Kontext mit Depressionen wurden weitaus höhere Dosierungen gewählt, die die dokumentierten positiven Wirkungen zeigten, um die 900 mg bis 1800 mg pro Tag. Eine weitere, qualitativ gleichwertige Studie wäre wünschenswert, die Johanniskraut in einer adäquaten Dosierung beim Reizdarmsyndrom untersuchen würde.

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Literatur
  1. Saito, A Randomized Double-Blind Placebo-Controlled Trial of St Johns Wort for Treating Irritable Bowel Syndrome. Am J Gastroenterol 105,2010, 170-177 > Abstract
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